Montag, 21. Juni 2010

All the monsters...




Würde man also sagen, was zu sagen sein könnte, worauf liefen die eigenen Worte hinaus?
Spräche man von dieser Flutwelle, die einen in Gedanken immer dann erfasst, wenn man sich zu nah an den Strand gewagt hat?
Die einem den Kopf - fast nur, zum Glück - wegschwemmt, wie einen leeren sinnlosen Ballon. Tief drinnen im Körper.
Spräche man von dem Zittern, dass einen ereilt. Unter jedwelcher Vorstellung. Und von der Angst, die man plötzlich empfindet.
Grundlos. Und vor allem. Wieder und wieder.

Nein. All das, man behielte es erst einmal für sich.

Sand ist Sand. Sand bleibt Sand. Sand wird Sand sein.

Statt dessen ginge man durch die kleinen Befestigungen. Kiefer um Kiefer. Richtung Haff.
Mit einem stillen Lächeln auf den Lippen.

Ab und an würde man etwas entdecken, von den Rändern her.

Boden ist Boden. Boden bleibt Boden. Boden wird Boden sein.

Vielleicht würde man, dann, wenn der Bodden erreicht ist,
sich zur Seite wenden.
Nur um zu sagen:
Schön!

Man würde es meinen. Mehr als.

Und darauf warten, dass einem einer sein Wort gibt.

Aber es könnte auch anders sein.

Würde man nur endlich sagen, was zu sagen sein könnte.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Nachbarschaftskneipentesterin H.

Es gibt so Tage, da ist einem einfach nach was.
Und man weiß sogar ganz genau wonach:
Saganaki. Krautsalat. Und eventuell Tomatenreis.
Jawoll!
Um ehrlich zu sein, ist mir schon seit mindestens 14 danach.
Aber ach, irgendwie war ich dann doch immer zu bequem.
Oder der Wunsch halt doch nicht dringlich genug.
Heute dann aber,
entspannt trotz Kopfoverdose von außen.
Sonne. Gleichmut.
Und Hunger.
Genau darauf.
Kuchen backen lässt sich auch noch um halb zehn.
Dann wirds eh so langsam dunkel...
Denkt sich Frau H. und tigert los.
Richtung Viertel Zentrum.
Dabei geht sie zum wiederholten Male
am Nachbarschaftsgriechen vorbei,
der in letzter Zeit ja deutlich frequentierter erscheint...
Vielleicht doch mal ausprobieren, brummts im Köpfchen?
Aber vielleicht hat er ja gar nicht genau das?
Und außerdem muss Frau H. eh erst noch zur Bank.
Also Richtung Zentrum zum altbekannten.
Das allerdings,
so erinnert sich unsere Entspannte,
war die letzten Male doch eher mau..
Und als ihr dann auch noch das scheinbar dritte Spiel des Tages
- (und ich dachte es wären immer nur 2 und wähnte mich sicher!) -
aus dem Flachbildwald entgegenschallt,
steht ihr Entschluß fest:
Umkehr und testen!

Frau H. sitzt kaum, da kommt auch schon die Servicefee.
Mit der Karte und einem eiskalten Ouzo in der Hand.
Und auch wenn Frau H. es damit eigentlich nicht so hat,
fand sie das irgendwie entzückend.
Die Karte hält, wie Frau H. erfreut feststellt,
alle drei gewünschten Speisen parat.
Und bereits einen halbe Bierlänge später stehen diese wunderbar zeitgleich vor ihr.




Flankiert von einem wirklich göttlich aussehenden Bauernbrot.
Und Olivenpaste.
Aufs Haus.
Und vom Haus selbstgemacht.
Nun liebt Frau H. ja gutes Brot.
Vor allem Bauern.
Und hasst schlechtes.
Hamburg ist in dieser Hinsicht
(von einigen Ausnahmen, meist Bio, abgesehen)
eine überteuerte Stadt der Ödnis in den Augen von Frau H.
Was sie umso erfreuter feststellen lässt, dass das Brot nicht nur exorbitant gut aussieht,
sondern auch so schmeckt.
Leicht im Ofen angewärmt, mit krosser, rauchwürziger Kruste und softem Innenleben.
Die Olivenpaste ist geschmacksintensiv.
Und passt hervorragend!
Alleine das macht Frau eh schon entspannt H. nun entgültig momentverliebt.
Der Saganaki ist von einer fluffigen Ei-Mehl Panade umhüllt und wird
- wie es sich gehört! -
mit Zitrone gereicht.
Sehr fein!
Tomatenreis und Krautsalat sind guter Durchschnitt.
Und dabei ziemlich günstig.
Frau H. ist wahrhaft positv überrascht, und beschließt alssofort,
dass dies nicht ihr letzter Besuch gegenüber gewesen sein wird!
Schon alleine wegen dem Brot, von dem sie,
ganz entgegen ihrem mittlerweile nicht mehr so sonderlich ausgeprägtem Hungergefühl,
ganze drei halbe Scheiben verdrückt.

Satt und müde blickt sie an den Altbaufassaden empor,
auf denen das Gold des Tages ein letztes Mal aufspielt.




Versonnen wandert ihr Blick am Blau der so herrlich piefigen Plastikstühle vorbei ins Grün der Linden....



"Schön, schön, schön... dieses kleine Stückchen O, das mich umgibt!"
Denkt sie, nicht zum ersten Mal, während aus naher Ferne vereinzelt eine Vuvuzela trötet.
Eine erfrischende Oase der Normalität.
Zwischen kleiner Szene und halbem Hype.
(Der sich hoffentlich nie in Gänze durchsetzen wird!)
Einfach. Persönlich. Unprätentiös.

Und ist für einen kleinen langen Moment
durch und durch glücklich...

Gekrönt nun noch,
von diesem Geruch:



(Und nach all dem fühlt sich Frau H. jetzt fast wie ein Kochblog.)

Freitag, 11. Juni 2010

Frau H. auf der Flucht

ES geht wieder los...



Immer dann, wenn irgendwas in dieser Art ansteht, verwandelt sich Frau H.'s ansonsten so beschaulich angenehmes Viertel in einen Public Viewing Moloch. All überall flackern die Flachbildschirme. Drinnen, draußen. Selbst vor Kiosk 2000 bleibt frau nicht verschont. Ob man will oder nicht: Man wandelt von einem Übertragungspunkt direkt in den nächsten...
Ist das eigentlich überall so? Oder nur in den sogenannten Szene Vierteln?

(Immerhin: Die Filmhauskneipe scheint Fussi-frei zu sein. Das wäre dann ja schon die halbe draußen Miete!)

Mittwoch, 9. Juni 2010

Galvanic music. (Oder:Let's plain the past.)


Grün. Grün. Grün...
Schleicht sich die Farbe zaghaft in den Radius der höchst gezirkelten Zelle zurück.

Aus zarten Gespinnsten glitzert feuchter Tau,
ein Zeuge,
wie von den Derwischen der Nacht bestellt.

Streng mahnen sie ab!

Im Zweifel für die Verteidigung...,
schlägts Hämmerchen und trutzt verbissen.
Wer würde da schon widersprechen?

Morgenmüde schleicht ein Fuß aus dem Dunkel,
während sich weiteroben Herz und Hirn und Dazwischen
den alten Kampf liefern:
ES - ÜBERICH - ICH.
Diese halbschlauen Götzen.

Staunend, halb noch nicht wach,
sehe ich zu.

Warum nur, macht ihr es Euch so kompliziert?

Es liegt mir auf den Lippen. Und doch:
Ich sage nichts.

So einfach ergreift vor dem jüngsten Gericht niemand ungefragt das Wort!

Ääähhhemm....

Ruhe im Saal!

...und meine Aussage? Was ist mit meiner Aussage?

"Für's Protokoll."

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Eigentlich möchte man dem Haftrichter am Liebsten direkt vorgeführt werden.
Oder zumindest erstmal schriftlich vorgeladen.

Diese kafkaesken Verhöre sind so, so, so...

Und die Dame am Amt
- die gleichzeitig die Dame vom Amt ist -
ist eh meist hilflos..
weil völlig überfordert.

Dabei ist sie von Haus aus eigentlich brünett.

Aber wahrscheinlich besteht genau darin das Problem:
Zuviel Kopfmüll!

Allerorten.

---

Bells Hund kläfft agressiv.
Bevor und nachdem er im Maulkorb steckt.
Während die Katze unter dem Ofen schnurrt
und beobachtet.

Das liegt ihr mehr.
Als Bell.

Katzen sind nuneinmal keine Hunde.

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Sei's drum!

Vergeben und vergessen.

Vielleicht hat es ja auf dem Flohmarkt noch ein guterhaltenes "W".

Leicht verschmutzt und mit Gebrauchsspuren.

Shabby ist das neue Gold!

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Mau.

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in der Mitte der Welt geht Gabriel auf und ab.

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"Warum nur",
murmelt er,
"warum nur, macht ihr es Euch so kompliziert?
Wisst ihr denn heute noch nicht,
ob ihr Euch jemals so sehr vermissen werdet,
wie morgen?
"

"Irgendetwas in uns glaubt immer.
Und irgendetwas in uns hofft.
Mindestens ebenso.
Oft.
Aber irgendetwas in uns.
Ist immanent.
Gelernt.
Neigt.
Sich.
Und uns.
Dabei.
Auch.
Immer.
Ins Gegenteil.

Dabei weiß,
NIEMAND
je.
Vorher.

"Ob das Wagnis sich lohnt?"


Samstag, 5. Juni 2010

Reduktion.

Und wieder eine Tonne vor der Tür.

Alles wird leichter.
Und klarer.

Frei, frei, frei...
möchte man rufen!

Selten tat loslassen so wenig weh.
Gute Zeit, wie es scheint.
Dafür.

Am liebsten würde ich nichts behalten,
als die nackte, zerschundene Haut.

Und, so Gott mich liese,
noch nicht einmal die...



(Edit: Aus gegebenem Anlass: Ok., die sechseinhalb Kilo Lebendbalast dürfen auch bleiben.
Aber nur, weil sie mittlerweile so schön eigenständig sind...)

Mittwoch, 2. Juni 2010

Abgeschnitten.

Ich wackele mit den Stummeln.
Und wünsche mir nichts sehnlichster,
als dass Du den Zaunpfahl erkennst.
Mit dem ich beständig winke.

Sicher,
leicht ist das nicht.
Wir sind einfach zu verfahren,
wie, wie...
ich weiß auch nicht.

Im Grunde weiß ich eh nichts.
Alles Hypothese die überprüft gehört.
Nur eben:
WIE?

So langsam entwickele ich eine Aversion gegen "W"-Wörter.
Sesamstraße war einmal. Oder so.

Und Du? Was ist eigentlich mit Dir?

Noch immer auf dem Weg zur Polizei?

---

Dienstag, 1. Juni 2010

Murphy.

Im Grunde ist es ein logisches Phänomen:
Wer sucht, der findet nicht.
Nur wer nicht sucht, der findet.

Ich meine,
wollten Sie z.B, schon einmal unbedingt einen Pullover kaufen?
Also dringend, zwingend und überhaupt.
Erinnern Sie sich doch einmal,
was in solchen Momenten passiert?
Exakt!
Sie werden keinen finden!
Um die halbe Welt reisen könnten Sie,
aber NEIN.
Für Sie ist einfach nichts dabei.
Ok., mag sein, dass Sie der ein oder anderen Kuscheligkeit
erliegen,
weil:
die Wolle fühlt sich einfach verdammt gut an!
Oder, na ja, ein Schnäppchen halt...
Aber am nächsten Tag stehen Sie da und fragen sich,
was Sie eigentlich mit dem Teil sollen.
Vielleicht werden Sie es noch das ein oder andere Mal tragen,
weil, na ja, und eben...
Aber so richtig wohl fühlen Sie sich darin letztlich nicht.

Und dann, dann wieder gibt es so Sommertage.
Auf dem Weg zur Eisdiele gehen Sie an einem Schaufenster vorbei,
in dem ein Wollpulli hängt,
und denken sich so:
Hey, was soll der Wollpulli da im Schaufenster?
Und dass er Ihnen durchaus gefallen würde.
Aber es sind 30 Grad im Schatten.
Und na ja, wer kauft da schon Wollpullis?

Nichts desto trotz werden Sie sein Bild nicht mehr los.
Tag und Nacht denken Sie daran,
wie er sich wohl anfühlen mag,
dieser Wollpulli.
Sie schleichen um den Laden, das Fenster herum.
Aber NEIN, Nein, Sie brauchen doch gerade gar keinen Wollpulli!
Immerhin ist Hochsommer. Und überhaupt.

Wenn Sie ein kluger Mensch sind, dann gehen Sie irgendwann in den Laden.
Fassen ein bisschen an. Streifen kurz über. Und fühlen sich wohl.
In dem Pulli.
Oder eben auch nicht.

Die Verkäuferin ist so oder so verhandlungsbereit,
Sie sind schließlich nicht der Einzige, der weiss,
dass gerade nicht wirklich Wollpullisaison ist!

Und dann, mit ganz viel Glück,
finden Sie ganz vielleicht,
den allerschönsten Wollpulli Ihres Lebens.
Einen, von dem Sie sich nie wieder trennen wollen!
Und bezahlen dafür einen mehr als fairen Preis.

(Das Eis lässt sich sicher vorsichtig rauswaschen.)

Vorweggenommene Vergangenheitsformen. (1.)

"Dieses Warten, es war kein Warten.
Es war einfach nur Zeit, die verging.
Solange, bis es irgendwann zu spät war."


(Subtitel:
Sie nennen es Glauben.
Oder:
Wer Heiden bekehren will,
muss Gott in viele Teile spalten.)