Dienstag, 16. März 2010

Vom Ganzen.

Ich bin schwierig.
Das hatte man mir gesagt. Und es doch akzeptiert.
Früh. Lang. Noch.

Dickschädelig. Schon immer gewesen.
Nicht zu ändern.

Es klang negativ. Nicht kompatibel.
Hoffnungslos.

Und so habe ich es irgendwann umformuliert,
für mich.
In: Eigen.

Vielleicht hat das auch jemand anders getan.
Für mich.
Vielleicht war es auch nur der einem mit dem Alter zunehmend begegnende Respekt.
So genau, kann ich das heute nicht mehr sagen.

Aber es gefiel mir eindeutig besser.

Nicht, dass ich mir darüber sofort bewusst gewesen wäre,
WAS GENAU (und wie exakt!),
ich es eben, da, mit jenem einen Wort,
formulierte...oder auch formuliert sah.
Aber. Es war.
So.
Und damit wahrscheinlich auch entscheidend.

Ich wurde groß
in diesem einen Glauben,
diesem einen Bewusstsein,
das "schwarze" Schaf zu sein.

Immer anders. Immer fremd.
Und so sehr ich mich auch bemühte,
mein Blöcken klang irgendwie immer schief.

Alles an mir war zerzaust. Wild.
Ungewaschen und roh.
In den Augen der Anderen.

Heute würde ich sagen:
Ich war echt!
Und zuwenig gebrochen.

Aber echt wollte man mich nicht.
Und so zog man mir ein Kleid über.
Aus scharzem Fell.
Sieh! Kind! Sieh!
Das wird Dir blühen!
Und ja, irgendwie blühte es auch.

Dieses Kleid, nun,
am Anfang fand ich es wohl lästig.
Es juckte, kratze,
fiel auf.
Und manchmal,
manchmal tat es weh.

Aber ich gewöhnte mich daran,
weil ich es nicht abstreifen konnte.
Denn dieses Kleid,
dass gab es so nie!
Wenn mein Fell schwarz wurde,
dann nur,
weil mich niemand gelehrt hatte,
wie wertvoll es ist.
Wie seidig, weich.
Und wärmend.

Weil es die Messer sein sollten,
die die Felle kurz hielten.
Und damit gepflegt.

Kälte? Was ist das.

Ich habe lange gebraucht,
zu begreifen,
dass ich kein schwarzes Schaf bin.
Nie eines war.

Und dass ich ein Fell habe,
wollweiße, vergessene Unterwolle.
Die mich selbst verfilzt noch wärmt.
Und immer wärmen wird.

Mehr,
als jede gemeinschaftliche Schur dieser Welt
es je vermögen wird...

Und so:

Sei!

Sei einfach nur...

(Du.)

Kommentare:

  1. Ich bin da ja immer äußerst misstrauisch, wenn jemand behauptet, unkompliziert zu sein.

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  2. Das Ding mit dem unkompliziert ist ja, dass sich wahrscheinlich erst einmal jeder selbst als unkompliziert einstufen würde... Und es auch ist, solange er sich einem ähnlich gepolten Gegenüber gegenüber sieht.
    Die "Schwierigkeiten" entstehen aus und mit den unvermeidbaren Unterschieden. Wer also behauptet, er wäre total unkompliziert, hat entweder noch nicht begriffen, dass es da sehr wohl Unterschiede in der Wahrnehmung gibt. Oder ist schlicht und ergreifend einer dieser Menschen ohne Eigenschaften. Beides schlimm.

    (Wobei ich natürlich selbstredend TOTAL unkompliziert bin. Eigentlich. Nur halt ein bisschen eigen. Aber auf keinem Fall ein widerspenstiges Weib, wie der GM immer behauptet. Und schwierig sowieso nicht. Jawoll! ;)...)

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  3. Ach, ich mache es mir da total unkompliziert und gebe zu, auch zu mir selbst ein nicht unkompliziertes Verhältnis zu haben.

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  4. Sehr diplomatisch, Frau Araxe! Sehr diplomatisch ;) Damit schlagen Sie multiple Fliegen mit einer Klappe!

    Frau H. (unangemeldet und allen inneren Widersprüchen zum Leidwesen sehr müüühhhhdeeee....)

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