Samstag, 13. März 2010

Frau H. shop(p)t



Noch ist nix vorbei zu spät. Und, als innere Einstimmung auf vielleicht doch noch kommende, bessere, Zeiten (und weil das Neffenkind Anlass hat), ging Frau H. dann heute los: SHOPEN! Also nicht SCHOPPEN, sondern (Achtung: Neudeutsch:) SHOPEN. (Obwohl Frau H. das ja schon mit zwei Panther P. schreiben würde, aber da meckert Blogschrott. Also mit einem, dann. Wie dem auch sei: Es geht dabei nicht um Wein.) Ach ja, Frau H. ist ein wenig witzig, gerade. Und ein wenig wirr. Das liegt an den Glückshormonen. Aufgrund des Schoppens, äh: Shopens.... Na ja, vielleicht war es auch das Bier. Egal: Frau H. war also Shoppen. (Mir doch wurscht, Blogschrott, mir doch wurscht...)
Jetzt werden Sie denken: Boh ey, VOLL interessant. Und ich gebe zu, Sie liegen damit gar nicht mal so falsch. AHHHBER: Frau H. ist und bleibt - Nomen est omen oder so - nun einmal im tiefsten Inneren ihres Herzens ein Weib. Und Weiber weibliche Wesen LIEBEN es nicht nur, einzukaufen, nein, sie lieben es auch davon zu berichten (und an dieser Stelle sind Sie bittschön einfach froh, dass es nicht um Schuhe geht, ja?) Na gut, Frau H. tut dies an sich nur sehr bedingt, aber dies hier ist ja schließlich ein Blog, und nicht die Realität. Da kann man schon mal Klischees bedienen, wenn es der Sache hilft und dem Unterhaltungswert förderlich erscheint.

Also, Frau H., SHOPPEN, juhu, juheeehhhh...

Frau H. wäre nicht Frau H. würde sie nicht mit einer solchen Tour im Baumarkt (Eisenwarenhändlerfreund war ausverkauft) beginnen:

- Schleifpapier, Extenderschleifer, 125mm, Körnung 40 (20 Stück)
- Holzspachtel
- Feinstaubmasken (2 Stück)
- Gipsschale, hoch

Dezent. Fürwahr.

Danach dann allerdings - kommen wir, oh kommen wir...zum ABSOLUTEN HÖHEPUNKT - :
Downtown Oh-wie-schön. Bahnhofsviertel!
An sich selten frequentiert. Für Schoppen. Weil latent zu spießig.
Aber es hat ja Anlass. Und Frau H. in diesem Zusammenhang Sehnsucht nach "Normal".
Also ordentlich, gebügelt und bloß nicht zu schlonzig oder extravagant.
Frau H. hat definitiv einen schwachen Tag.
Und Druck. Weil Anlass.
(Nur weil Frau H. mittlerweile offiziell exkonfirmiert ist, heißt das ja lange noch nicht, dass sie freigesprochen ist von Kirche in allen Lebenslagen. Leider!)
Frau H. geht also die Meile längst. Schlendert hierhinein, dann dort. Und letztlich wieder hier.
Ersteht zwischendurch ein Übergangsjäckchen in fröhlich, freundlichem Schwarz, dass sich auch zum Anlass gut tragen lassen wird (sportlich, sportlich...ist ja mittlerweile en vouge...und damit auch in Kirchen erlaubt) und kehrt, nachdem die Lage sondiert ist, wieder zurück in den ersten Laden.
Hier hat es ihr vor allem eine Hose angetan (aufgrund gewisser Körperveränderungen sind Hosen im Hause H. stets Thema. Vor allem solche, die sich sowohl jetzt, als auch nach hoffentlichem Wiedererreichen der Ausgangsbasis, tragen lassen!), Marleneangelehntes Jeanschen, hach! Und ein genüal reduziertes Kleiderl. Freundlich fröhlich schwarz, versteht sich! Shirt, aber seidig gefüttert, wuhhhh....voll edel!
Wie geschaffen für Anlässe. Und die Tage danach.
(Alternativ wägte Frau H. kurz ein sehr franzakisches Kleidchen mit Kurzjackerl im passenden Style...dunkelcreme bis hellbraun...aber wann zieht Frau das dann jeh wieder an? Und dafür, ne, dann doch zu expehnsiehve! Im Schrank verrotten bereits genügend dieser Kleidungsstücke...die mittlerweile einfach nur noch k(n)eifen...) Frau H. greift sich also das Marlenehöschen (wegen generellem Mangel und so) und das Shirtykleidchen (wegen Anlass) und überwindet sich gen Umkleide. Frau H. hasst Umkleiden. Ekelhafte Dinger. Und überhaupt... Nur eines hasst Frau H. noch mehr als Umkleiden: Umkleiden mit Betreuung!
Und exakt in einer solchen sollte sie sich nur wiederfinden...
Die Betreuung ist eine Art weiblicher, aufgestylter Zivi. Meint: Jung, vermeintlich stylisch und extrem kümmerig.
Zuerst kam das Höschen dran: Frau H., mittlerweile ernüchtert, hatte nach 29/32 gegriffen, was erstaunlicherweise zu weit war. Rannte deshalb noch einmal (die Betreuung brauchte einen kleinen Moment, bis sie registrierte, dass sich ein Opfer im Netz befand) ganz erschreckt und verblüfft zurück zum Kleiderständer und zog sich - zart erinnernd - eine 28/32...yammie! Diese jedoch schien noch immer ein wenig zu weit... Hähhhh? Wobei die Zivitante meinte, dass wäre schon gut so...und ob das jetzt eine Größe größer wäre? Frau H. - zu Tode beleidigt - NEIN! Eine kleiner. Und es kommt mir immer noch zu weit vor....fordert also eine 27. Und behält Recht. Extrem komische Konfektionierung, wenn sie mich fräche tun. Aber sowas von gut fürs Ego!
Danach kommt das Kleidchen dran. Und damit wird es spaßig. Gibt die Zivinöse doch alles, also wirklich ALLES, um Frau H. auf den Pfad der Mode - und sich selbst auf den Pfad der Umsatzrendite - zu bringen.
Als Erstes schleppt sie Frau H. (nachdem sie sich kurz einen kleinen Fauxpas geleistet hat, indem sie das von Frau H. favoritisierte Kleidchen mit einem Sack gleichstellte) eines in 36 statt 38 an...(ausgleichende Verkäufermentalität???) Was Frau H. allerdings zu knapp erschien. Vielleicht doch lieber in 40? Ich meint, man kann das schon ruhig sagen, mit dem Sack, ist ja nix schlimmes, nur dann doch bitte eben richtig..
Ach, nein, nein... Mit Gürtel, ja, mit Gürtel kommt es bestimmt total toll... Mohhhhment...
Und schon war sie weg. Um mit drei Gürteln wiederzukommen.
Frau H., friedfertig wie sie nun einmal ist, lässt das Häschen also Hand und Gürtel anlegen. Also ich habe jetzt mal 85 genommen (Frau H. kannte - oh Schande - ihr Gürtelmass nicht). Hmmm, das war dann vielleicht doch zu optimistisch gedacht, raunts Häschen Frau H. in die Ohren... Mohhhment! Frau H. legt also selbst Hand an, ist ihr eh lieber, und: Geht doch!
Nur: So ganz überzeugt ist sie immer noch nicht...
Worauf Häschen den nexten Trumpf aus dem Ärmel zieht; EINEN SCHAL!
Frau H. braucht unbedingt einen Schal. Zu dem Kleidchen, denn nur dann, ja nur dann und so, würde aus dem Sack ein "Outfit". Jawoll!
Sagst und stürmt von dannen.
Eine Gelegenheit, die Frau H. nutzt, um es doch noch in 40 anzuprobieren. Unbeobachtet, wie sie nun ist.
Was sich allerdings dann doch als zu groß herausstellt.
Als das Häschen zurückkehrt trägst Frau H. noch die 40. Und wird pronto zurückgeschickt, in die Umkleide. 38. Mit Gürtel. Und Schal! Ein Wunder, dass es nicht Frau H.s Schuhe moniert. Nu ja.
Frau H. fügt sich also. Das die 40 zu 40 war, hatte sie selbst ja schon bemerkt.
Es wird noch ein wenig rum gezuzelt. An Frau H. Schal hier, Schal da. Schal so. Schal so. Jahhh, ist jetzt gut...
Ich nehme dann mal das Kleid. Und die Jeans. Der Rest, na ja, da muss ich dann nochmal in mich gehen..
Sagts, also Frau H., und das Häschen quittiert mit einer "10". Ihrem ganz persönlichen Code für Erfolg. (Und wahrscheinlich ein klein wenig mehr Gehalt.)

Ich sag Ihnen was: Diese Welt in der wir leben ist sowas von arm. Ärmer gehts nicht.
Lauter kleine Maschinen.... Und es wird zunehmend schlimmer.

Kommentare:

  1. Ach, davon kann ich nur träumen. Also, bis zum Baumarkt konnte ich noch folgen ... Aber Hosenlänge 32! Selbst wenn man etwas krüsch ist, hat man da doch ’ne Menge Auswahl. (Zum Thema Schuhe möchte ich gar nicht erst anfangen.) Ich würde mir auch einen Samstag in der City antun, wenn das Erfolg hätte. All das Zeug ist allein größenmäßig nicht für mich geschaffen. Sitzt das körpermäßig perfekt, sind die Ärmel zu groß. Sind die Ärmel lang genug, trage ich irgendwas, was in Richtung Zirkuszelt geht. Ach, nee ShoPPen macht einfach keinen Spaß.

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  2. Ach ja, Baumärkte sind einfach am Schönsten...da kann ich stundenlang freiwillig bleiben! So rein zur Inspiration. Und es drängt sich einem auch nie jemand auf!
    Ansonsten will ich, was die allgemeine Hosenverfügbarkeit angeht, ja gar nicht klagen. Im Grunde hat mich die Natur mit einer sehr kollektionskonformen Figur beschenkt. Nur dass diese eben etwas aus dem Fugen ist. Ein Umstand, mit dem ich mich weder wirklich anzufreunden vermag, noch mich aufraffen kann, tatkräftig etwas dagegen zu tun.. Ich lebe quasi in einem Zwischenland, was Hosen angeht. Und kann mich für keine Richtung so recht entscheiden... Aber Sie haben schon recht: Es ist Jammern auf hohem Niveau... (Wobei gegen großgewachsen ja grundsätzlich auch nix zu sagen ist, Frau Lara ;)...) Und zu kurze Ärmel gehen wirklich nicht. Also: Absolut nicht! Von mir aus könnten Ärmel immer bis weit über die Fingerspitzen reichen. Jawoll!
    (Und die Innenstadt war es zum Glück nicht ganz, kriegt man mittlerweile ja auch alles im dörflichen Zentrum. Dem Bäderabriss sein Dank. Haha...)

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  3. Ähm, ja ...Ärmel zu kurz meinte ich natürlich. Inzwischen habe ich halbwegs einen Kennerblick, inwieweit sich etwas im nassen Zustand dehnen lässt – am liebsten auch bis mindestens zu den Fingern.

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  4. Ich hab' Sie ja auch so verstanden ;) Und den nass dehnen Trick wende ich bisweilen auch an. Außerdem schneide ich Bündchen (die das zweitschlimmste Übel neben dem zu kurz geraten darstellen!) konsequent ab. Wenn ich denn überhaupt mal was mit Bündchen erwerbe. Warum auch immer.

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