"Ich muss jemanden kennenlernen...", denke ich.
Jemanden der mich ablenkt von und hinführt zu mir selbst.
Jemanden der weiss, was zu tun ist. Oder wäre.
Jemanden der begreift.
Ich führe Telefonate.
Gute, schöne, aufgehobene.
Und ich trinke zuviel.
Trinke Rotwein, weil kein Bier mehr da ist.
War nicht unteuer, das Zeug.
Aber ich genieße ihn nicht.
Zwei Abende hintereinander das selbe Spiel.
Ich bin irgendwo. Nur nicht hier, bei mir.
Bin dort, am schönsten Ort meiner Phantasie.
Möchte da hingehören, einen herausgebrochenen Moment lang,
wie in einem gestohlenen Zeitfleck.
Der Frühling kommt nicht.
Klopft nur ab und an an, um dann doch wieder unter der Kälte des Schnees zu verschwinden.
Ich bin müde. Kann nicht schlafen. Mag nicht schlafen. Nicht allein.
Die Arbeit verteilt sich schlecht. Aber das ist ja immer so. Wenn auch gerade extrem.
Ich koche Seelenessen. Eine übermässige Portion. Wie lange habe ich das nicht gemacht?
Zu lange.
"Dieses Essen macht gesund...", sagt sie noch heute. Dabei habe ich es nur einmal für sie gekocht, so wie meine Oma es kochte, früher.
Sie hat recht. Dieses Essen, es macht wirklich gesund. Es wärmt von innen, gibt Kraft. Aber es schafft auch Schwere.
Ich fühle mich schwer. Kann nicht fallen. Darf nicht fallen. Gehe durch den stillen Abend.
Es ist immer noch kalt.
Und ich sehne mich nach fremden Armen.