Freitag, 27. November 2009

Fortschritt. Der.

Dass Korken nicht mehr aus Kork sind, daran hat frau sich ja mittlerweile gewöhnt. Das ist auch nicht dumm. Und durchaus nachvollziehbar! Aber einen "ROTEN" mit einem "ROTEN" hatte Frau dann doch noch nie....

Kork

Und jetzt wird Iggy laut gedreht und endlich das Regal eingeräumt. Yeah!

Anarkos

Donnerstag, 19. November 2009

Lesen Sie heute: Mein Leben als Muse. Ein Tatsachenbericht.

Muse

Einst war Frau H. gut anderthalb Jahre jünger.
Und ungefähr zu dieser Zeit trug es sich zu.
Vorfrühjahr 2008 wohl, also. Demnach. Oder umgekehrt.
Und wie das eben so ist, mit den Vorfrühjahren: Sie bringen einen auf die absurdesten Gedanken!

Wir zeichenen (!) im Geiste einen Mittwoch- oder Donnerstagabend.
Verregnet und grau.
Frau H. kämpfte sich durch das Unbill des Wetters; müde, gestresst und auf der Suche nach ganz ganz viel Alkohol.
Den man ihr dann auch bereitwillig gab. Dort.
Und zwei oder drei Biereinheiten später fängt die Geschichte an:

Nicht nur von der Begleitgruppe mittlerweile schön angewärmt flätzt Frau H. im angeranzten Pornosofa zufrieden seufzend vor sich hin, als Häuptling gemeine Zeichenkohle den Raum betritt.
Auf den Lippen diese Frage, ob jemand wolle...
Alles verneint, so wie immer eben, in solchen und ähnlichen Fällen, auch Frau H., zurerst.
Doch dann, ja dann, überlegt sie es sich urplötzlich anders und krakelt: Doch, HALT: ICH! Ha!
Dieser kleine Anflug von Persönlichkeitsentrückung mag dem Alkohol entsprungen sein, oder vielleicht auch dem nach und nach abfallenden Stress. Man weiß es nicht. Und wird es nie erfahren.

Fakt ist, dass Frau H. noch kurz dem Sevicemann winkt (diese Geste reicht vollkommen, um bereits kurze Zeit später das zu erhalten, wonach einem verlangt: Glauben Sie diesen Eppendorfer Onlinebewertern kein Wort!) und sich dann zusammen mit dem Künstler auf die Nachbarcouch verzieht. Er links, sie rechts. Jeweils in den Ecken (und die Pornosofas sind groß!), damit die Sicht auch ja objektv bleibt (und vielleicht mit Chance ein wenig durch Kurzsichtigkeit geschönt wird..).

Irgendetwas ist an diesem Abend mit Frau H. nicht ganz richtig. Nicht nur, dass sie sich überhaupt auf dieses schwachsinnige Unterfangen eingelassen hat, nein, sie beginnt auch noch, sich in dieser Rolle zu gefallen und malt sich im Geiste bereits ganz begeistert ihre Zukunft als Muse der bildenden Zunft aus.
Hach ja, wie geschaffen ist sie dafür!
Nur treffen muss er sie, so rein bildnerisch! Und natürlich nicht schlecht.
Also eigentlich: Besser! Viel viel besser!
Und das sagt sie ihm auch.
So kann sie nämlich manchmal leider sein, die Frau H.. (Also an so Ausnahmeabenden....)

Der Künstler hat die Situation rasch begriffen. Nicht zuletzt, weil Frau H. recht deutlich war, zumindest in der einen Forderung.
Und er scheint eine Muse zu suchen. So bedringt, dass ihn Frau H.'s Wille nach einem GUTEN Abbild - Nicht die Nase so groß! Bloß nicht die Nase so groß! - in eine gewisse Nerosität versetzt.
Blatt um Blatt wird angeritzt, ausgerissen, zerknüllt.
Und Frau H. vermehrt abgemahnt: Stillhalten!
Also bemüht sie sich. Und hält still. Zumindest soweit dies mit ihrem Getränkekonsum vereinbar ist.
Und malt sich, kurzsichtig wie sie nun einmal ist, ihre süße Zukunft als Inspirations- und Initiationsquelle immer bunter aus.

Als das "Göttinenabbild" dann nach gefühlten zwei Stunden endlich jenen Zustand erreicht hat, von dem der Erschaffer meint, es hätte nun etwas treffendes, ist Frau H. bereits so entrückt, dass sie nicht einmal mehr die Empörung wahrnimmt, die sie nun, ob des garstigen Sketches, der die Basis ihrer Musenzukunft postgraphisch sofort zerschmettert, eigentlich empfinden müsste. Und so willigt sie leicht vernebelt ein: Eck! Die mittlerweile mehr als amüsierte Begleitgruppe ist zwar "astonished", wie der Engländer sagt, und fragt nach, ob Frau H. denn noch...aber das ist ja auch egal, irgendwann.
Sie werden das vielleicht kennen.
Und so zahlt sie dem Künstler als Lohn sein Getränk und wankt auf musen- und bierschwangeren Füssen mit ihm zusammen in den Regen...

Dieser nun allerdings wirkt etwas ernüchternd auf unsere Dora Maar der Neuzeit.
Und als Picasso sie dann auch noch recht plump in einen abseits des Weges liegenden Hauseingang verschleppt und ihr die zunehmend entschwindende Wolllust mit ungeschickten Speichelspielchen zu entlocken versucht, wird dies zum Todesstoß all dieser schönen Phantasien, gegen den selbst ein weiteres Bier und gute Worte machtlos sind...

Ich hätte Ihnen gerne ein schöneres Ende beschert!

Aber so ist es, das Leben: Hart, gemein und realistisch. (Womit wir wieder am Anfang - siehe Zeitdokument - wären.)



(An dieser Stelle geht mein herzlicher Dank für Erinnerung und Inspiration an den Blog- und Stadtkollegen Herrn Bosch, dessen Beitrag dieser kleine Gedankenspaziergang gefolgt ist!)

Dienstag, 17. November 2009

Zwischenstill (unkommentiert).

Sofar

Lauter. Bitte.

Alles in allem: Ganz gut.
Aber es flüstert. In mir. Dort draußen. Überall. Und nirgends.
Vielleicht flüstert auch gar nichts, da bin ich mir manchmal nicht so sicher.
Vielleicht denke ich das nur, weil ich es denken will.
Also dass es flüstert.
Aber wenn es flüstert, dann ist es mir gerade zu still.
Ja, es wäre schön, die Hörspiele der allabgedrehten Phantasien 'mal wieder in voller Lautstärke zu hören.
Bumm. Bumm. Bumm!
Bäng. Bäng. Bäng!
Bis sich die Nachbarn beschweren.
Oder sonst irgendwer in dieser seltsamen Straße.
Hier.
Und mir das Trommelfell fast platzt vor lauter Tremolo,
dass ich zu hören begehre
und dessen Klang mich doch immer nur in Hälfte erreichen wird.

Manchmal komme ich mir vor,
wie ein Stück Marmorkuchen.
Grobmotorisch
und voller naiv hoffnungsvollem Vertrauen
von der Kleinen
aus einer Plastikform gestülpt.




Das keiner will....

Dienstag, 10. November 2009

Talking to myself.

Mit sich selbst sprechen ist gesund. Es fördert die Konzentration. Räumt innerlich auf. Und verfestigt Gedachtes.
Punkt Eins ist jetzt wissenschaftlich erwiesen. Punkt Zwei und Drei behaupte ich einfach 'mal so.
Denn auch wenn ich grundsätzlich finde, dass viel zu viel geredet wird auf dieser Welt, so mache ich beim Selbstgespräch eine Ausnahme. Ist das Selbstgespräch doch das Gottgeschenk schlechthin!
Ich meine, was anderes als Selbstgespräche sind bitte schön Gebete?
Aber so hoch wollen wir (also ich und Gott, so es ihn gibt) gar nicht greifen.
Nein.
Uns genügt das fröhliche zwischen den Regalen im Supermarkt vor sich hin Brummeln.
Oder der philosopische Spaziergangschnack ins eigenen Ohr.
Auch beim Arbeiten bietet es sich an.
Vor allem dann, wenn einen nicht ständig wer fragt: Hast Du was zu mir gesagt?
(Solche Fragen kann man mit Offenheit beibiegen, ganz nebenbei bemerkt.)
Ich sprach ja schon immer mit mir selbst. Und ich fand das auch schon immer echt prima.
Zuerst waren es die Kindheitsphantasien, die mein Sprachzentrum mir lauthals beim über die Wiesen traben bestätigte.
Später waren es die Inhalte von Klausuren und Extemporalen.
Die sich wahlweise während des Pausengangs oder (das war ganz weit vorn!) schon beim Spaziergang des Klausurvortags in meine Gehörgänge schlichen.
Gewirkt hat es immer. Das ist schon irgendwie faszinierend.
Mein Bedürfnis mit anderen Menschen zu kommunizieren beschränkte sich hingegen.
Nicht, dass ich nicht sprach. Nein.
Aber das Gesprochene erschien mir doch recht oft hohl.
Und vollkommen überflüssig.
Der Grund warum ich es dennoch tat - und immer noch tue - fand sich wohl am Ehesten in einer sozialer Anpassung, die mit dem Alter zugenommen hat.
Und, nun, an der ich mittlerweile bisweilen sogar Freude habe.
Ich rede im Fahrstuhl über das Wetter. Und mit Anton, dem Hund.
Indirekt, versteht sich.
Ich frage Menschen, wie es Ihnen geht.
Auch wenn ich weiß, dass die Antwort nichtssagend sein wird.
Egal!
Alles hübsche kleine Sprachkonventionen... Nettigkeiten!
Ja, auf Nettigkeiten fahre ich mittlerweile ab.
Das lehrt einen diese Stadt, denke ich.
Franken lehrt einen sowas auf alle Fälle nicht.
Nein.
Franken lehrt einen allenfalls Selbstgespräche.
Was wahrscheinlich auch besser ist.
Wenn Sie sich jetzt fragen sollten, worauf ich eigentlich hinaus will, dann sind Sie nicht allein.
Will heißen: Ich frage mich das gerade auch...
Es würde viel zu weit führen, das jetzt zu erklären!
Muss an den Fahrstuhlgesprächen liegen, dass ich überhaupt damit anfing..

Ich spreche auch mit meiner Wohnung, wissen Sie?
Und als ich noch ein Auto hatte, sprach ich auch mit meinem Auto.
Eigentlich spreche ich mit allen Dingen um mich herum.
(Außer mit Zimmerpflanzen. Zu denen fehlt mir irgendwie der Bezug.)
Und ich stehe dazu.
Mehr als zu den Fahrstuhlgesprächen.
Nach wie vor.

Das ist schon irgendwie seltsam.

(Notiz an Selbst: Trotzdem besser ein Headset anschaffen!)

Montag, 9. November 2009

Wahrhaft ehrlich?

Viel zu tun und viel zu denken. Derweil.
Es scheint das Jahr dafür.
Ich begegne meinen Rollen, wie fremden Gesichtern.
Frage mich, wo ich dazwischen bin.
WER ich dazwischen bin.
Und wo ich hin will, als diese WER?

Du, Du bist Instinkt.
Und meine Worte an Dich, sind und waren das wahrhaftigste, was ich seit langer Zeit...
Aber sie sind auch ein wackeliges Gut. Das ist mir wohl klar. War es schon immer.
Vielleicht ist es manchmal unehrlich wahrhaftig zu sein?
Und vielleicht ist "Ehr"lichkeit manchmal unwahrhaftig?
Ich weiß es nicht.
Weiß nur, dass es nicht um Wissen geht, beim Instinkt.

Es ist diese Suche, nach dem eigenen Weg.
Und erst dann, wenn man ihn gefunden hat,
wird es auch wieder Kreuzungen geben...

Nicht wahr?

Mittwoch, 4. November 2009

Sturm, Drang. Und Verdrängung.

Ich könnte Dich auch vergessen, ja.
Wir Menschen, wir können im Grunde ALLES vergessen.
Manchmal müssen wir das sogar.

Aber ich will das nicht.
Oder erst dann, wenn es wirklich nötig wird.