Montag, 5. Oktober 2009

In Sachen Lebensqualität...

Überall in aller Munde, gerade.

Bei mir akut, weil ich heute 'mal mittags im Supermarkt war, Pfandgüter abgeben.
Bin ich ja sonst eher selten.

Die Jungs - und neuerdings auch Mädels - stadtweit, die achtlos in Mülleimer und die Gegend geworfenes Bargeld einsammeln und sich damit ein klein wenig zum kargen Brot dazuverdienen, waren ja schon immer in Gedanken meine Kollegen.
Das liegt wohl an der ewigen Existenzangst der schlechtverdienenden Selbstständigen.
Deshalb schmeiße ich pfandbesetztes Leergut auch nie in einen Mülleimer, sondern stelle es neben oder auf ebensolchen.
Wenigstens eine Entwürdigung weniger...

Heute stehe ich also gegen 14h im Supermarkt, mit der Absicht den Inhalt meines Pfandtütchens (das ich Samstag schon vergebens - weil ja Feiertag und so - dahingetragen habe....hätte frau ja auch 'mal raffen können, BEVOR sie zum vermeintlich geöffneten Supermarkt dackelt! Aber irgendwie hatte ich es noch nie so mit diesem Tag.) brav in den stinkenden Schlund zu stopfen. Vor mir auch nur zwei Leute auf zwei Automaten.
Prima! Auf den ersten Blick.
Aber: "Aua...", auf den Zweiten.
Bei den beiden Personen (eine Frau, etwa in meinem Alter, mit Aidshandschuhen ausstaffiert (!) und ein älterer Herr im Anzug, ausländischer Herkunft; beide sehr gepflegt und angenehm wirkend) handelte es sich nämlich um eben jene vermeintlich zukünftigen Kollegen.
Das bedeutete natürlich eine gewisse Wartezeit, die ich unter diesen Umständen jedoch gerne in Kauf nahm.
Was viel schlimmer an mir zerrte, war dieses Gefühl, in einem zunehmend verarmenden Land zu Leben.
Oder sagen wir es besser: In einem Land, in dem sich das Kapital auf zunehmend ungerechte Art und Weise verteilt.
Zumal ich ja eigentlich in einem nicht gerade verarmten oder sozial schwierigen Viertel lebe.

Und doch ist und bleibt dies ein Jammern auf hohem Niveau. Das muss einem eben auch klar sein.

Hat eigentlich jemand von Ihnen den Mensch als Lieblingstier?

Kommentare:

  1. DAS nenne ich einen wahren Tierfreund!

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  2. Nach ’ner Überdosis Mensch, auf die ich verzichten könnte, muss ich doch mal wieder zugeben, dass es sich ohne Menschen (bis auf die gewissen Ausnahmen – Sie wissen schon)... weitaus besser leben könnte. Ganz so misanthropisch bin ich eigentlich nicht, aber momentan frage ich mich mal wieder, wozu es die Spezies überhaupt gibt.

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  3. Ach werte Frau Araxe, irgendwie kann ich sie gut verstehen... (zumindest ist mir so). Aber nun ja, ehrlich gesagt: Selbst ein bekennender Misanthrop wie ich, hat von Zeit zu Zeit doch eine sehr große Vorliebe für seine Artgenossen...wenn auch nur ausgesuchte.
    Von daher: Kopf hoch!

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  4. Probleme gibt's überall. Unterschiedlichste. Nicht jammern, anpacken...

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  5. Tja, nur weil bei den Einen aus Spaß Ernst wird, wird bei den Anderen noch lange nicht aus Ernst Spaß... ;)
    Vielleicht ist aber auch nur die Inkubationszeit länger...

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