Sonntag, 18. Oktober 2009

Fehlerhaftes Denken.

Ist es nicht so? Wir sehen überall und immerdar mehr grün als bei uns selbst.
Und halten deshalb verschämt den Arm vors Gesicht, auf dass nur niemand sieht.
Gelernt haben wir, wie man sich schützt.
Mühsam. Aber nachhaltig.
Wir möchten, ja doch: Wir möchten.
Den Arm hochheben, herausblinzeln, und fragen:
Bis Du wirklich Freund oder doch Feind?
Aber wir wagen es nicht.
Wagen nicht, uns selbst anzusehen.
Und uns unsere Hoffnungen, Sehnsüchte und tiefsten Bedürfnisse einzugestehen,
weil,
ja,
weil:
da ist immer die Gefahr!
Nichts scheinen wir mehr zu fürchten,
als den Verlust und die Zerstörung unseres Selbst.
Und das, obwohl es nur eines gibt im Leben,
was wir nie ganz verlieren werden:
Uns selbst.

Es ist ein böses Gaukelspiel, das die eigene Geschichte da mit uns treibt.
Indem sie uns einredet, wir hätten immer eine Wahl und uns damit die eigentliche Wahl nimmt.
Denn wozwischen können wir denn schon wählen?

Kommentare:

  1. friss oder stirb? ich ahne, was sie meinen. man hat keine wahl, weil man sich nicht teure haut abschälen lassen will. bevor man jemand anderen dran lässt, macht man es selbst. tut zwar auch weh, lässt aber den trügerischen schein, dass man sich die narben ersparen kann. ja, panik.. haben sie irgendwo eine mailadresse? ich hab musik dafür.. dagegen. ;)

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  2. Ja, Haut abschälen ist ein guter Vergleich! Und wahrscheinlich ist die Zeit gerade schlicht und ergreifend reif dafür. Lieber die Schale knacken und die Frucht retten, als darauf zu warten, dass sie im späten Herbst vom Getier durchlöchert und zerfressen wird...
    Und für das Andere falls Sie wollen: mail (dieses Zeichen) dichteworte (dot) de
    Vielleicht hilfts ja?

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  3. Ich ahne überhaupt nicht was Sie meinen, musste aber zuerst an die politischen Grünen denken, dann daran, dass ich die hoffentlich nicht bei mir vermuten muss, aber habe dann doch die Wohnung mit genetisch modifizierten Hybridpestiziden ausgeräuchert und dabei, weil es doch gehustet hat, einen in der Wäschetrommel entdeckt. Er sitzt jetzt gefesselt und geknebelt vor dem Grammophon und muss 24/7 "Hannes Wader singt Arbeiterlieder" hören.... Wählen werde ich selbstverständlich weiterhin die Sozialdemokraten. Erstens sind die Rot, zweitens gibt es keine Jesuitenpartei und drittens habe ich ein Faible für angeschlagene Figuren...

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  4. Ah! Deshalb also lesen Sie dieses Blog!
    (Und was haben Sie gegen Arbeiterlieder?)

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  5. Wieso sollte ich was gegen Arbeiterlieder haben?? Sie laufen doch auf meinem Grammophon... Internationale, Der kleine Trompeter, Dem Morgenrot entgegen... Sie wissen schon, das ganze Programm....

    und: genau! Deshalb lese ich diesen Blog! ;D

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  6. oh! Toll! eine Uhr auf Ihrem Blog! Oh! Sch***! Ich bin zu späääät draaaaaaaa,,,,,,,,,

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  7. Herr Sub: Das ist keine Uhr. Das ist ein Mahnmal. Vor allem der sich stetig bewegende Sekundenzeiger....

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  8. Sie meinen "immer in Bewegung bleiben"? Fitness und so? Aaaaaber Frau Haaaaaa, ich sitz doch so gemütlich - in meinem Ohrensessel! Reicht es, wenn ich mir bei Amazon so einen Proteinriegel bestelle und mir dann später anschaue, wie er auf der Heizung schmilzt?

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  9. Darf ich Zweifel an nachstehender Behauptung anmelden? (...) obwohl es nur eines gibt im Leben, was wir nie ganz verlieren werden: Uns selbst."

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  10. @Märchenmädchen: Widerstand ist in diesem Falle leider zwecklos. Also besser den Tatsachen ins Auge gesehen.

    @Sub: Ähm, nein. Eigentlich meinte ich was anderes. Bleiben Sie also getrost sitzen. Ganz bewusst.

    @Sir MQ: Sie dürfen. Bevor Sie mir dann aber doch auch bittschön Ihre Gründe erläutern, möchte ich Sie noch sanft auf das Wörtchen: "GANZ" stoßen.
    Jetzt Sie.

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  11. Aufstehen, losgehen, dem klirrkalten Gegenwind trotzen. Innere Knoten zerschlagen, endlich was wagen. Jawoll. Aber. Doch. Naja. Und so weiter.

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  12. Oh, doch. Sich selbst ganz verlieren geht sehr wohl. Es waren bei mir aber immer nur Ausflüge des außer sich selbst Seins, die in viele Richtungen führten – positiv wie auch negativ. Eine Rückkehr halte ich allerdings auch nicht für jeden Fall garantiert.

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  13. Nun, werte Frau Araxe, verzeihen Sie mir, wenn ich Ihnen widerspreche.
    Definieren wir doch zuerst einmal den Begriff des Selbst. WAS und WER ist das Selbst? Ist es diese heere bewusste Vorstellung, von der wir so gerne behaupten, sie wäre unser Selbst? Oder ist es auch der Körper? Das "Dasein" generell? Und vielleicht ist das, was man als "sich selbst verlieren" ja in erster Linie nichts als eine Veränderung des Selbst?
    Fakt ist, dass das, was wir stofflich sind, uns nie in Gänze abhanden kommen kann, denn wenn das so wäre, dann wären wir tot. Und damit könnten wir uns ja nicht mehr verlieren. Weil: Wenn es nicht mehr "gibt", der kann auch nichts verlieren.... ;)

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  14. Und, oh je, Ole!!! Jetzt hätte ich Sie fast übersehen, welch Schmach!
    Dabei liegt gerade im: "Jawoll! Aber. Doch. Na ja...und so weiter" mehr Wahrheit als mir lieb ist... Schön Sie 'mal wieder zu lesen!!

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  15. Also, besser: die Wahrnehmung / das Bewusstsein des Selbst.

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  16. Ich habe mich schonmal - und zwar ganz, auch körperlich - bei der Nutzung eines Teleporters der Fabrikation Havana Club verloren.

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  17. @Frau Araxe: Ja, das lässt sich wohl verlieren...ist aber eh ein recht zweifelhaftes Ding ;)

    @ Sir MQ: Zeitweise. Absolut zeitweise. Und damit nicht ganz...
    (Rumtrinker? Hmm. Es gibt wohl kaum einen Alkohol, der sich mir weniger erschließt... Was aber auch daran liegen mag, dass ich vor Jahren in einem Anfall absoluter Sauffreude und aus Ermangelung jeglicher anderer Alkoholika meine "Backrum" (Hansen?) geleert habe...war gar nicht gut, irgendwie. Auch wenn ich mich dabei nicht verloren habe, so bin ich doch ziemlich durch die Wohnung gestolpert...und der nexte Tag war auch alles andere als fein...na ja.)

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  18. Ich bin ja durchaus auch übersehbar, so selten wie ich mich tummle und mit einem derart fein gewobenen Tarnnetz, das mich umhüllt. :)

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  19. Na ich hoffe, Sie tummeln jetzt wieder öfterens, Herr Ole!

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  20. Immer gern. Wenn ich dazu komm'. Sie sind nebenan natürlich auch immer auf ein Astra (oder ein anderes Getränk nach Wahl) eingeladen, Besteste.

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  21. Stellen Sie schon 'mal ein Jever kalt, während Sie die Sprache des armen Federviehs auseinandernehmen ;)

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