Sonntag, 13. September 2009

Tirant sur le rouge.

Nicht selten überkommt mich dieser Gedanke, was geworden wäre, hätte ich damals, vor vielen Jahren, in diesem einen, entscheidenden Moment, anders reagiert.
Ich bin kein Mensch der bereut.
Keiner, der geneigt ist, die Dinge im Nachhinein verändern zu wollen.
Und doch: Ich frage es mich.
Oft.

Ein Leben ist immer die Verkettung von Ereignissen. Erlebnissen. Entscheidungen.
Gabelung um Gabelung schaffen wir uns so den eigenen Weg,
Das eigene Leben.
Was also wäre jetzt, wenn ich damals... ?

Im Grunde frage ich mich das weniger,
weil ich es gerne anders gehabt hätte.
(Müssig, sowas. Immer!)
Nein, ich frage es mich wohl, weil ich einen Punkt suche,
um wieder anzuknüpfen.
An mich. An die, die ich damals war.
Bevor.

Es war eine gute Zeit.
Vielleicht sogar eine der besten in meinem Leben.
Ich war das pure Selbstvertrauen, die reine Offenheit.
Gelassen, zufrieden.
(Glücklich?)
Nahm an,
was es anzunehmen galt.
Und lehnte ab,
was nicht ging.
Für mich.

Es war nicht alles einfach.
Vieles war sogar sehr schwer.
Aber es war alles gut.
So, wie es war.
Für mich.

Rund,
irgendwie.
Lebendig!

Bis zu jenem Moment.
Eben jenem Moment
der vielleicht falschesten Entscheidung meines Lebens.

Ein Moment der aus einem einzigen kleinen Wort:
"Arschloch!"
Und meinem Bleiben.
Dabei und dort.
bestand.

Habe ich mir eingebildet, ich könne mich damit ein Stück weit vor dem bewahren,
was nun, offenen Auges, auf mich zukommen würde?
Mit diesem einen kleinen ehrlichen Wort?
Unter dem ich meine Enttäuschung und den aufwallenden Schmerz versteckte.
Und das doch keinen Abbruch tun konnte, dem.

Fakt ist,
dass ich nicht hier sitzen würde.
Ohne all das.
Dass ich andere Fehler machen würde,
als die,
die ich gemacht habe.
Gestern erst wieder.
Und die ich gerne zurückholen würde,
gerade.

Weil der beste Fall,
der der Freude,
über,
ja doch
nichts als
ein Hirngespinnst
ist.
An dessen Stelle
positivst
Gleichgültigkeit
negativst
Ekel, Abscheu
und Verachtung
stehen wird...

Oder?

"Each day has its own individuality of color."
(Charles Hawthorne)


(And yesterday was very green.)

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