Montag, 22. Juni 2009

Des Wahnsinns fette Beute (1.)

Je näher der Termin rückte, für umso irrsinniger befand ich mich selbst. Die Zahl (70 000!) schwirrte durch meinen Kopf. Und der Wettergott sollte wohl auch kein Einsehen haben.
Worauf hatte ich mich da nur eingelassen? Und warum?
Hielt ich es anfangs noch für eine alberne Reminiszenz an die eigene Jugend, so entwickelte das Vorhaben zunehmend die grotesken Züge von "Jetzt oder nimmermehr.".
Überhaupt antizipierte ich recht spät. Alles.
(Und das mir, die ich doch eigentlich immer alles bis ins Kleinste antizipiere. Weit vorher! Und mich bisweilen verfluche dafür.)
Aber nun gut: Es half nichts. Abgemacht war abgemacht. Die Karten gekauft.
Und so kam der Freitag.
Und mit ihm Frau S. und Sir JWRTS. Abholen. Klotten ins Auto, Frau H. dazugequetscht und auf auf ins zwiespältige Vergnügen.
Und es fing schon gut an, denn: Kurz vor der Autobahn stelle ich diese Frage, also jene, die ich im Grunde gar nicht stellen mochte, weil...
(Na ja, Kategorie: Wieviel Raum räumt man den eigenen Neurosen so ein, in seinem Leben? Und will man wirklich, dass alle sie immer mitkriegen?)
Aber nun, ich stellte sie: Habt ihr eigentlich die Karten? und im Frontraum des Wagens sahen sich zwei Menschen leicht erschrocken an.
Hast Du...? Nein, ich dachte Du...? Scheiße!
(Im Frontraum des Wagens schlagen sich zwei Menschen an den Kopf und ich denke mir, dass Neurosen vielleicht manchmal gar nicht so verkehrt sind, wie immer behauptet wird.)
Zurück nach Winterhude also. Einmal quer durch die Stadt, im langsam einsetzenden Feierabendverkehr.
Zu den Karten gibt es zwei Becks für die Fahrt. War ja auch aufregend! Und wenn schon Jugend, dann richtig.
Es tuckert also, das OpenAir Golfi. Mit Schiebedach zu, allerdings. Regen fällt auf die Welt...während wir - vermeintlich schlau - über Land fahren. Von Stau zu Stau. Und Jane (bei Engländern heißt Susi Jane) uns seit Stunden erzählt, dass wir in 0.56h unser Ziel erreichen werden. Pustekuchen!
Als wir es dann endlich geschafft haben, dirigiert die Staatsgewalt uns nach P7. Wo wir dann stehen, im Regen, und das mitgeführte, viel zu reichliche, Gepäck auf drei Schultern zu verteilen suchen, um uns dann, fatalistisch wie wir mittlerweile sind, in den Tross der "Gleichgesinnten" einzureihen. Jauh, ne!
Das Reden geben wir schnell auf. Zu anstrengend. Einzig eine Art Notfallkommunikation (Geht's? Jaaahh. Kannst Du 'mal kurz? Pause! Ok. Das wird total toll!..usw.) kommt uns noch über die Lippen. Nach Kilometer 2 oder so (gefüht 20) sacken wir 'mal wieder für einen kurzen Moment am Rande des Trosses zusammen. Und Rauchen erst 'mal eine. Umverteilung wird diskutiert; hilft uns das, fragen wir uns noch, als unsere Retterin naht! Jung, blond, schön...mit einer Phobie vor Lärm, Spinnen und Luftballons, wie wir später erfahren, und - halten Sie sich fest! - einem Festivaltaxi. Falls Sie jetzt nicht wissen sollten, was das ist, wir wussten es bis dato auch nicht. Is' aber eine durchaus gute Sache, soviel schon 'mal vorweg. Sie fragt uns also, ob wir eines wollen, ein Taxi. Und wir fragen sie, ob sie weiß, wo WOMO 1 ist. Denn da müssen wir hin. Weiß sie aber auch nicht.
Egal, wir buchen. Und von nun an geht alles schon ein wenig leichter....

Taxi



(Fortsetzung folgt.)

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