Sonntag, 31. Mai 2009

Kein Strahlen. Nur Sonne.

Gegen Spätnachmittag wasche ich mir seinen Geruch vom Leib. Mit langsamen Bewegungen; ph-neutral und kochend heiß.
Ich tue mir selbst weh. Mehr als ich erwartet hatte. Mit seinen Worten.
Die Kurznachricht kommt gegen Mittag. Ebenso richtig wie eigentlich alles an ihm.
Was werfe ich da nur weg? Und warum?
Seine Geduld wärmt mich. Die Hellseherei. Aber es genügt nicht. Und wird es nie.
Ein Amen in der Kirche.
Traurig darüber, nun kein wertvolles Gut mehr zu sein, für irgendwen, stehe ich am Fenster und blicke in den Garten.
Es ist ein sonniger Tag. Ich weine kurz.
Und beantworte dann eisern seine SMS.

"Build yourself a castle..."

Die Grundsteinlegung ist schon so lange her. Und wer hätte damals gedacht, dass es je so massiv werden würde?
Einzig der Wind kommt noch durch die Ritzen. Wie eisigkalter Föhn.

Stunden später drehe ich die Anlage auf Hörsturz und höre mir mein eigenes Drama in Endlosschleife an.
Die Tastatur wie ein böses Mantra unter den Fingern.
Bevor ich zum Telefon greife, um es auch in unspektakulären Worten loszuwerden.

"Gibt es da...", hat er mich gefragt. Einer von vielen Versuchen zu verstehen.
Nein, habe ich geantwortet. Nein. Nichts. Und leise: Nur. Etwas. Also nichts Erwähnenswertes... , hinzugefügt. Und mit teerschwarzen Augen in die große Leere meines Lebens gestarrt.

Aufwiedersehen, Junimond...

Rosengarten

Ich schließe sanft, mit einer traurigen Handbewegung, die Tür.
Vor der er tapfer von dannen geht.
Während der alte, hochgeschlossene, eingelaufene Polyesterpulli ein wenig lästig auf der nackten, noch warmen Haut kratzt. Meine Haare wachsen aus ihm heraus, wie ein mich dunkel umgebender Schleier.

"Es tut mir leid...", flüstere ich in Gedanken.
Und sage doch nur: "Bitte nicht böse sein...."
In der Hoffnung, dass er es trotzdem weiss.

Zurück in der Küche öffne ich mir ein Bier und erschlage eine Mücke.
Es kommt mir ganz normal und befreiend vor.
Im Garten geben die Vögel ihr erstes Konzert.

Der Geruch an meinen Fingern erinnert mich. Jarvis im Hintergrund erinnert mich. Das leere Weinglas erinnert mich.
Und ich weiss nicht, ob ich mich loben oder schelten soll, dafür.

Oft schon war ich mir so klar. Aber noch nie war ich so ehrlich, in einem dieser Momente.
Ist das jetzt ein Gewinn?

Schlimm nur, dass ich ihn wirklich mochte. Anders, also, aber. Eben schon.
Wir hatten einen schönen Abend. Gute Gespräche. Einer von denen, die sowas eigentlich so gar nicht verdienen.
Vielleicht auch deshalb die Ehrlichkeit. Das eine, was ich schulde.

Dazuliegen. In seinen Armen. Und zu wissen.
Zu wissen, dass jedes weitere Bemühen nur Frustration erzeugen wird.
Sich selbst von oben sehen, als wäre man tot.
Losgelöst. Wie ein leeres Schema voller verlorener Fährten.
Den Kopf wegdrehen. Anschmiegen. Aber wegdrehen. Im entscheidenden Moment.
Gefangen in einem Stacheldraht aus Widerwillen.
Die warme Haut fühlt sich gut an. Die Hände sind sanft. Und bleiben es.
Auch danach noch.
Nach all den Worten, die ich letztlich sprechen musste, um die zu bleiben, die ich bin.
Eine Untote in viel zu fremden Armen,
deren Nähe ich doch pervers genieße.
Für einige, viele Minuten noch.
Bis er sich selbst und mich daraus erlöst.
Und ich mir Polyester über den Leib streife, zum Schutz vor der Kälte.
Verwaschen, eingelaufen, und mit einem Kragen bis an die Ohren.

"Es ist besser so...", flüstere ich mir selbst zu.
Und lächele ein wenig in meine ewigwährende Trauer hinein.

Freitag, 29. Mai 2009

Teufelsaustreibung.

Ablass

Seit Jahren nun schon habe ich es vor. Aber wie das eben so ist...
Das Phlegma. Der Alltag. Die Alzheimer.
Und beim Einwohnermeldeamt fühlte sich einst keiner berufen.
"Standesamt", raunte man mir ins Ohr, "STANDESAMT...das Standesamt macht das."
"Da bin ich doch nie, Leute!"
Wollte ich schon zurückrufen, aber na ja.
Das ist jetzt auch schon wieder Jahre her.
Die Mühlen im Hause H. mahlen bisweilen recht langsam, ich gebe es zu, aber - nun - man glaubt es kaum: Sie mahlen!
Dort oben sehen Sie den Beweis.
Aus dem Bett gequält hat sie sich heute, unsere Heldin.
Trotz Nachwehen und Altersmüdigkeit.
Um gerade noch pünktlich aufzubrechen zur großen Kassen- und Ämtertour.
Allen voran zum STANDESAMT.
Und siehe da: Was jahrelang vor sich hergeschoben, ist binnen fünf Minuten erledigt.
31 Tacken auf'n Tisch und: Tschüss Weltanschauungsgemeinschaft!
Wenn nur alles im Leben so einfach wäre...

Montag, 25. Mai 2009

TV:Solaria.

TheSun

Bilder. Bilder.

Bilder.

Sanft mit der flachen Hand über eigene und fremde Augen fahren.
Schlaf Prinzchen, schlaf...

Das Wissen um die Dinge gebiert Sehnsucht nach Zuhause. Dann doch.
Und Lustverlust.

Bilder. Bilder.

Bilder.

Optische Täuschungen. So leicht zu blicken.

Die der schlafende Prinz nicht sieht. Nicht sehen soll.
Armer Prinz! Unverdient.

Schweinemädchen. So lieb, so sanft. So still.

Und mit den Gedanken ganz woanders....

Mittwoch, 20. Mai 2009

So weit. So gut.

Glück

Nein, die Wahrheit wird nicht gestraft.
Niemals!
Der Lüge gehören die Peitschen.
Und der Hass.

Mein Herz ist warm.
Und voller Hoffnung.
Darauf,
dass Andere
das Richtige tun!

Während ich noch immer.
Ja, was eigentlich?

Es geht besser.
Immerhin.
Spontanheilung über Nacht?
Irgendwie kann ich es nicht so recht glauben.
Doch...

Ja, die Bakterien scheinen sich wieder anzusiedeln.
Aber vielleicht warte ich besser noch,
auf morgen.
Bevor ich des Lobes Dank?

Übermorgen kommt A.
Ich freue mich!
Wenn auch...
(Sprechen wir besser nicht von der Wohnung.)

Alles hat seine Zeit.
Seinen Preis.
Und seinen Weg.

So wird es wohl sein.

Ich suche weiter....

Samstag, 16. Mai 2009

S(h)elf. Portrait. (2)

Pola2

Schmerzvoll. Alles. Ich habe Darm. Und Zahn.
Die Suche hört dennoch nicht auf. Ekelhaftes Ding!

Außerdem schmerzen die Worte. Die brutalen.
Je mehr, je länger.
Aber gut. Und brav bin ich auch.
Immerhin!

Samstage scheinen zu einer Art persönlicher Pest zu werden. In letzter Zeit.
Völlig zerknallt von der Woche, dem Do. und generellem Schlafmangel in Kombination mit dem Alter, schaffe ich nichts.
Oder kaum etwas.
Während das Damoklesschwert des "To do" über mir schwebt.
Es kotzt mich an. Aber 'mal so richtig.
Gerade.

Unschöne Zeiten.

Mir ist nach tutti kompletter Veränderung.
Nur wo - wo zum Teufel? - ist der Anfang des Fadens?

Wahrscheinlich bin ich wirklich Therapiereif. Absolut.

"Herr Doktor, wissen Sie, ich bin ganz schlecht in diesen Allianzen, da kann ich nix für, aber das ist so. Ich könnte Ihnen jetzt auch erzählen WARUM, aber nun, Herr Doktor, ich bin einfach ganz schlecht, in diesen Allianzen..."

Auch diese Scheiß Bloggerei bringt eigentlich keinen Spaß. Eh alles Rotz. Verdammte Gewöhnung!
Und mit den Ansprüchen und Absichten der Anfänge hat das alles hier so gar nichts mehr zu tun.
Never mix the worlds! Oder so... Ach ja.

Gut. In Ordnung: Ich bin eine verdammte Jammerläppin, at the mohmoh. Ich kann's ja selbst nicht leiden, aber...

Alle reden mir gut zu. Sind Herzchen. Versuchen aufzubauen. Und ja: Schwiets: ICH LIEBE EUCH DAFÜR!

Nur...

Ach, es ist alles SOOOOOO zum Kotzen.

Montag, 11. Mai 2009

S(h)elf. Portrait.

Pola

Die Gedankenbahnen, sie reisen nicht ab.
Das vertraute Bild, so fremd!
So nah.
So "?".

Ich bin mir selbst ein Zeichen geworden.

Suche mich in den Spiegeln, in den Gemälden des Herzens.
Und auf Fotografien.

Finde aber nur eine dünne Schicht. Die sich zunehmend verklebt.

Einmal weinen nur..
Wäre schön,
denke ich.
Und ebenso.
Gut.
Könnte ich denken:

Morgen zu joggen.
Das wäre schön!

Die Großmeisterin des Dramas: Noch nicht einmal mehr verheult.
Wie pragmatisch kann man eigentlich enden?

Es ist so elend!