Montag, 27. April 2009

Seiten*blick.

Es ist bestimmt 4 Jahre her.
Aber kürzlich erst, habe ich noch an ihn gedacht.
An ihn. Und diese ganze verfahrene Geschichte,
damals.
Die mich irgendwie erinnert.
Wenn auch ganz anders.
All die Tänze, die wir umeinander aufgeführt haben.
Samstagnacht um Samstagnacht. Über zwei Jahre.
Vielleicht auch drei.

Jenes Haschen nach Blicken. Und wie der Stolz (die Angst?) sie immer wieder verdeckte.
Die Zärtlichkeit, die in den wortlosen Berührungen lag.
Und die Aggression, in der wir zumeist miteinander sprachen.

Schreien.

In meinem ganzen Leben habe ich es wohl noch nie
- und auch nie wieder -
so sehr genossen wie in jenen Nächten.
Bittersüß!
Denn eigentlich liegt mir nichts weniger.
Im Grunde hasse ich es.
So, wie ich ihn immer mindestens ebensosehr hasste, wie liebte.

Ich weiss noch, wie es war, ihm das erste Mal diese Worte ins Gesicht zu schleudern.
Aus lauter Verzweiflung und Hilflosigkeit. Bekackte Situation.
Eine laue Sommernacht. Mit dem üblichen "Ja-Nein-Geht nicht.-Ich geh' jetzt.--------Kommst Du mit???" Geplänkel. Nur dass es damals.., ja, da war es noch gar nicht so üblich. Rückblickend könnte man sogar sagen, es war fast noch neu. Wir gehen die Simon-von-Utrecht Strasse längs. Streiten. Über was eigentlich? Ich weiss es nicht mehr. Es ist ungefähr 5h morgens, unsere "Hoch"zeit. Irgendwann ärgere ich mich zu sehr und stiefele zielstrebig schneller, schneller, schneller. Lasse ihn ein paar Meter hinter mir. Meine Hacken klacken wütend auf den warmen Asphalt. Aber ich spüre ihn, und spüre ihn, und spüre ihn in meinem Rücken. Als der Gehsteig vor mir abgesperrt ist, gehe ich auf der Strasse weiter. Zielstrebig. Klack. Klack. Er wechselt die Straßenseite. Faucht mich am Ende an, dass ich ja wohl wahnsinnig geworden sei. Und dass man mich überfahren hätte können.. Hallo? Es ist fünf Uhr morgens, auf einen Sonntag. Kaum ein Auto unterwegs...und die verfickte Einbahnstrasse auch noch zweispurig..so what?.
Aber gut.

Wir küssen uns. Beide abreagiert. Nun. Suchen Orte. Fluchten. So wird es nicht wahr! Er fragt mich: (das erste Mal?): WAS WILLST DU? Ich kann es ihm nicht sagen.
Noch 'mal: WAS WILLST DU?
Ich weiss gar nicht, wie oft ich diese Frage noch hören musste, in den kommenden Jahren, weiss nur noch, wie vielfälltig meinen Antworten waren. Das ganze Paket.
Irgendwann schreie ich ihn an, mit den schlimmsten Worten. Aus tiefstem Herzen; eine Sterbende.
Er sieht mich an, über uns wird es Tag. Und sagt zynisch: Das tust Du nicht.!
Ich weiss, dass er das glaubt.
Und dass er irrt.
Aber bitte: DANN eben nicht.
Und so schreie ich ihm das Gegenstück entgegen.
Parbleu!
Er mich auch!

Wir nehmen uns uns zwischen den Mülltonnen.
Und nehmen ist wahrhaftig das richtigste Wort.
Ich bin überrascht von seiner Kraft.
Und frage mich hinterher, wer dem wohl alles am Fenster beigewohnt hat.
Es ist nicht unser erstes Mal. Aber das erste Mal von vielen, die noch in dieser Art folgen werden.
Die bestimmt sein werden. Von Liebe, Hass, Verzweiflung. Stärke. Schwäche. Zugeworfener Zärtilichkeit.
Und Kampf. Immer wieder: Kampf!
Das volle Programm Emoschiene; endlich wieder 'mal, nach Jahren.
Aber unsere Welt ist und bleibt die Nacht. Und die Umstände, nun, die waren uns wohl nie wohlgesonnen.
Irgendwas war immer. Am Ende eskaliert alles. Und wir stecken fest in einem Krieg ohne wirkliche Krieger.
Immer müder davon. Immer hilfloser.
Wir haben den Bogen einfach zu sehr überspannt.
Ab da ist er einfach nur noch der Mann. Und ich bin die Frau.
Verfallen in Grundschemata, die einen am Ende immer gänzlich zerreisen, weil man sich immer fremder wird.
Nicht zuletzt selbst.
Irgendwann dann, sehe ich es ein. Sehe ein, dass es keinen Sinn macht. Gar keinen! Und auch niemals einen machen wird.
Das ich mich nur immer wieder selbst verletzen werde, damit und dabei. Und dass er, die Ursachen jeder Verletzung, sowieso schon lange ausgeblendet hat. Es ist wieder fünf Uhr morgens. Sommer. Ich stehe am Hamburger Berg und sehe ihm hinterher.

"K., ich weiss, was ich mache..." , hatte er gesagt. Ein oder zwei Wochen vorher. Und ich hatte ihn angesehen: "Ach ja...?" Ein Grinsen.
Ein Grinsen, dass ich wohl niemals vergessen werde:
"Ich bin schneller als Du...."
Es war eine Situation, wie in einem schlechten Film. Das Licht der Straßenlaternen. Gassen. Winkel. Leuchtreklamen. Dunkle Ecken. Das Echo seiner schnellen Bewegung. Mein hastiger Atem. Und hinter uns, an der vorvorvorletzten Straßenecke, jene Frau mit dem Fahrrad, die wohl so gar nichts begriff, von dem.

Noch einmal habe ich das nicht getan. Und nach diesem Morgen, auf dem Hamburger Berg, jenem, an dem ich einfach nur stand und endlich einmal WIRKLICH erkannte, haben wir uns nicht wieder gesehen. Es ging sich so aus. Verlief. In der Zeit. Und in den guten Vorsätzen. Im Vermeiden des Reviers. Und in allem.

Heute, in einem ganz anderen Leben, hatte ich einen echt beschissenen Tag. Nichts ungewöhnliches, zur Zeit. Wir alle hatten einen beschissenen Tag, ganz ohne etwas dafür zu können. Der GM lässt mich kurz vor Hause raus: ich will noch was Einkaufen. Gehe die Barner Strasse entlang Richtung Supermarkt. Straßenseitig eines Baugerüsts. Werfe einen dieser Blicke, die man missmutig, im Vorbeigehen, für eine Millisekunde wirft. Und sehe direkt in diese Augen. Bürgersteigseitig des Baugerüsts. Für eine Millisekunde nur. Aber: Kein Zweifel. Ich muss mich nicht umdrehen. Mein Puls schnellt in die Höhe. Kurz vor der Hyperventilation. Ich merke, wie da etwas raus will aus mir, das ich schon lange draußen meinte.

S.
Verdammte Scheiße!
S.!

Ich gehe in den Supermarkt. Kaufe Bier.
Der Rest ist mir wurscht.
Gehe nach Hause.
Wie unter Tränen.
Und rufe B. an.
"B. ... Du ahnst nicht...

S.?"





Sonntag, 26. April 2009

Und hab' ich auch das Wissen, so habt Ihr doch die Macht....

Thedoorsopen

Wie ein Vorgeschmack.
Auf den Frühling.
Reihen sie sich auf.
Zinssoldat um Zinssoldat.
Was habt Ihr mich nicht alles gekostet!
Und womit werde ich wohl noch zahlen müssen.
Für Euch.
Nun, wo das,
was aus den Angeln ist,
wieder wie im Traume,
in sie hineingehoben werden will...

Kommt, wir gehen
- nur zur Abwechslung natürlich-
heute 'mal ein bisschen in die Sonne
und schau'n uns
diese graue Welt
durch bunte Blumen an...

SoFar

Chorus!

Montag, 20. April 2009

Nachtprogramm.

Fragen zu haben, an sich selbst. Nun ja, das hat man schon damals mit den Vokabeln und Formeln geübt.
Allerdings wachte man da noch nicht um vier Uhr morgens davon auf.
Allenfalls zu Bett ging man mit ihnen, damals, um diese Zeit.

Heute jedoch: Pling!
Das nenne ich 'mal großes Kino!
So als hätte Scorsese "Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung" neu verfilmt und sich leicht mit der Stunde vertan. Kann ja 'mal vorkommen.

Aber was rede ich.

Im Grunde hat nämlich alles sein Gutes! Davon war ich ja schon immer fest überzeugt. Also auch:
Selten so ein harmonisches Libretto gehört! Und die Vorstellung erst! Vöglein, Vöglein...

Denken. Was bleibt einem sonst auch weiter, um diese Zeit?

Ich beginne mit "Aufhören". Aufhören scheint gerade ein ganz großes Thema zu sein, in meinem Leben.
Mit allem möglichen, übrigens.
Komme darüber zu "Anfangen".
Auch das nicht unprekär.
Gut.
Vielleicht mit "wieder schlafen"?
Klappt nicht.
Hm?

Wenn ich ein Computer wäre, dann würde ich mich gerade ganz neu "aufstellen".
Irgendwie so nennt der Fachmann das nämlich, wenn er was erst platt und dann komplett neu machen will.
Eigentlich witzig, der Begriff. In dem Zusammenhang.
Aufstellen? Fällt Ihnen was ein?
Oder auf?
Da gibt es schon Parallelen.

Aber ich schweife ab.
Also: wenn ich ein Computer wäre, dann. Ja.
Nur: ich bin kein Computer.
Ich bin ein Mensch.
Recht dumm. Und fehlbar.
Noch dazu.
Von den Macken ganz zu schweigen.

Mein Kopf würfelt etwas vor sich hin (es ist ja noch früh) und kommt zu dem Schluß: "Aufhören+Anfangen=Neubeginn".
Womit wir wieder beim..aber lassen wir die Vergleiche.
Nein. So einfach ist das eben nicht.
Nicht mehr.
Nicht nur, dass ich Säckeweise überflüssige Versicherungen mit mir rumtrage - die ich eigentlich gar nicht bezahlen kann - mittlerweile, ich hab' da auch so ein kleines Päckchen in der Tasche auf dem steht "Erfahrung". (In Klammern, verwaschen, davor, erahne ich so etwas wie vermeintliche, aber das ignoriere ich besser, vorerst. Man soll die Dinge ja nicht auch noch unnötig verkomplizieren!). Und dieses Päckchen...hui!

An dieser Stelle spätestens, würde ich ganz gerne WIRKLICH einschlafen.
Ich fühle mich ein bisschen als wäre es Hitchcock, inzwischen. Und wer hat eigentlich NO WAY OUT gedreht?
Scorsese? Pah!

Ich streichele mir aufgrund Ermangelung eines Fremden über den eigenen Bauch und denke dabei, dass so ein bisschen Fett vielleicht gar nicht verkehrt ist. Wer weiss schon, wofür es noch gut sein wird, in diesen inflationären Zeiten.

Bevor ich mich entgültig ins Privatfernsehen flüchte, wo aber gerade Werbepause ist.

Schalt ich halt um auf Viva...



(

Samstag, 18. April 2009

Black Box.

Sicher, kennt man: die kleinen verletzten Eitelkeiten.
Das Schmollen, weil eben...oder eben auch nicht.
Alles Banalitäten, so Sie mich fragen.
Früchte jener Stunden, in denen benutzt und geheuchelt wird.
Unter schwerem Atem sieht man sich möglichst intensiv an.
Stemmt, stösst, drückt.
Wälzt. Zieht und zerrt.
Und ist doch froh,
am Ende wieder alleine zu sein.

Diese Wut hingegen,
diese wahre,
unvermeidbare
Wut,
kommt seltener vor.

Man hasst sich dafür.
Hasst sich, für das Hassen.
Und für jene vermaledeite Bedürftigkeit,
die keinerlei Nahrung hat
und einen doch nicht mehr loslassen will.
Trotzig übt man sich in Gewalt.
Schlägt widerstandslos ins Leere,
weil es eh keinerlei Angriffsflächen gibt.

Phantomkämpfe des eigenen Ichs,
das genug hat
vom Ducken und Wimmern.
Von sinnloser Unterwerfung
und dieser Preisgabe
für nichts.


Und wiederwiederwieder:

NICHTS!



(Edit: Ach Spielkind....halt doch endlich 'mal die Fresse!)

Freitag, 17. April 2009

Long blond hair.

Haare

Nichts wächst über Nacht.
Und doch scheint es, als sähe manchmal, lange, niemand hin.
Bis dann Tag X kommt und alle Welt auf einmal zu bemerken scheint, was schon seit Monaten ist.

Seltsam!

Sonntag, 12. April 2009

Firefirefire....

Letztes Jahr, also, da war es, deutlich(!), beschaulicher. Und 20 Grad kälter. So insgesamt.

Osterfeuer

crowded

Nichts desto: Love this tradition!

(Und jetzt: Endlich: ENTJUNGFERUNG!!!! Heisa!)

Samstag, 11. April 2009

Frühjahrs-.

Cleared

Eine neue Matratze ist wie ein neues Leben....

Mittwoch, 8. April 2009

Krise. Allgemein?

Es ist schon komisch, plötzlich Feuer und Flamme zu sein, nur weil man 'mal wieder (beruflich) auf was rumdenken darf, das einem echt Spaß bereiten würde...und dann tatsächlich total geknickt ist, wenn (der von einem selbst aus Solidarität angedachte) Plan B in Kraft tritt.
Irgendwas läuft gerade grundlegend falsch in meinem Leben.
Und das nicht erst seit gestern.
Manchmal braucht es wohl eine Initalzündung.
Für alles.
Und freie Arbeiten sind ja auch was Feines!
Vor allem dann, wenn frau sie unter einem (zwar verworfenen, aber immerhin im Grunde so entstandenen) angewandten Gedanken macht...
Paradox, aber wahr.
Vielleicht gibt es ja doch einen Markt für meinen Herzblutmist??????
Ich will ja auch gar nicht reich werden damit, nur leben davon, irgendwie, hell!

Herzblut

Dienstag, 7. April 2009

Hummel Hummel!

Gerade hier, in meiner Küche.

Es ist nicht mehr zu leugnen....

Frühling

Montag, 6. April 2009

Fin.

"Es war einmal..."
Heißt es nun.
Und ich stempele Gedanken um Gedanken ab.
Fein säuberlich und mit ganz viel Gefühl,
damit es sich verbraucht.

"ERLEDIGT!"

Die schwarze Tinte reibt sich in die Augen.
Brennt.
Aber es geht nicht anders.
Die Akte soll geschlossen werden,
also wird sie geschlossen.

Im Zweifel für den Angeklagten!
So lautet das Gesetz.

Es ist eine Sache, sich am Rande des Wahnsinns zu wähnen,
während man nur zu gut um die eigene geistige Gesundheit weiß.
Und eine andere, dorthin gestellt zu werden,
wie ein dummer Penäler;
"Lektion noch immer nicht gelernt?".
Nein, diese Sprache spreche ich nicht.
Möge man mir verzeihen!

Und dann werde ich wieder die Menschin für die halben Distanz.
Die, die ich war und bin.
Mit einem hier. Und einem dort.
Begebe ich mich zurück, auf vertrautes Terrain.
Ein wenig zögerlich, ein wenig scheu.
Ein wenig fremd mir selbst.
Aber aufrecht.

Ich versuche auszublenden,
was sich vor mir hinter der Wand ergoss.
Das ewige Flimmern. Die Unschärfe.
Sie strengte mich und meine Augen übermässig an,
ja,
das zumindest stimmt.

Und so schließe ich sie.
Um nichts mehr sehen zu müssen,
bis der Film endlich zu Ende ist.

Samstag, 4. April 2009

Fakten (1.)

Fakt 1: Es schläft sich ziemlich gut im 38. Stock.

Fakt 2: Es ist ausgesprochen befremdlich, wenn das Zimmer, in dem frau untergebracht wird, pro Nacht mehr kostet, als frau für einen Tag als Honorar einstreicht.

Fakt 3: Ich könnte mich daran gewöhnen...

Fakt 4: Sollten wir noch einmal in diesen Genuss kommen, gehe ich auch im 43. Stock schwimmen. Soviel ist klar.

(Und noch eine Empfehlung: Wenn Sie 'mal in der Gegend sind, gehen Sie unbedingt dorthin. Es lohnt sich!!!)


PałacKulturyiNauki