Sonntag, 15. Februar 2009

Menschgewordene Melancholie.

Großstadtabend. Im Geiste -
- heute ist mir das Dorf zu eng.


All die bekannten Gesichter. Die man kennt und doch irgendwie nicht.
Jene Fröhlichkeit, mit der sie mir freundlich lachend, begegnen. Jau!

Nein. Heute Abend nicht.
Nicht heute!

Des Tags war es ja noch gut.
Eisenwaren.
Wunderbar wie immer.
Biobrot und Schreibwarenladen.
Ich stehe mit penetrantem Hustenreiz am Geburtstagskartenkarusell. Hört nicht auf. Nerviger Mist. Sollte eine rauchen... denke ich noch, als die Frau neben mir pikiert geht. (Wie der GM, der in solchen Momenten immer so grauenhaft unmenschlich ist. "Jetzt hör' doch endlich auf zu husten..." Toll! DANKE!) Fische eine Karte raus, süß, mit Pelzchen (kennen Sie die Geschichte mit den Pelzchen? Das ist soooooo...ach, lassen wir das.) und trabe, den Hustenreiz mühsam unterdrückend, zur Kasse. Als es mich angrinst. Dieses entsüggende Etwas - eindeutig männlich, aber bestimmt die Frauenrolle - und mir die Hand entgegenstreckt. "Honig-Salbei?", zwitschert es. Und mir wird ganz warm ums Herz. Ja doch, es ist schon lieb hier. Nur eben nicht heute. Also schon, aber genau eben das ist es. HEUTE IST MIR DAS ALLES EINFACH ZUUUUUU LIEB! Verdammter Kack.

Ich will nach New York.
Am Besten zu Zeiten der wirklichen Depression.
Will von zugigen, abgetragenen Zwanzigerjahrekleidchen spärlich umhüllt in die nexte Kascheme schlottern und mir einen Wiskey nach dem anderen hinter die Binde kippen. Und das, wo ich gar keinen Wiskey mag. Und dann will ich Gespräche mit Wildfremden führen. Aber natürlich nur solche, die man mir aufnötigt. Währenddessen starre ich in mein Glas. Schwenke es ab und an mit einem "Hm.." im Mund. Nur auf amerikanisch. Und das, obwohl ich auch Amerika eigentlich gar nicht mag. Aber New York ist schließlich nicht Amerika. Nein. New York ist stadtgewordenen Melancholie und Einsamkeit. New York, vor allem zu Zeiten der Depression, ist. Ist. Ist... Ach, einfach nur groß. Wunderbar groß. Und anonym.

Dorfkindneurotischer Tag.

Irgendwie.

Kommentare:

  1. Wieso über Sie? Sind wir verwandt? Badeten wir als Kinder gemeinsam? (Ich badete immer mit meinen Cousins. Dh. eigentlich badete ich, oder sie, und der entsprechende Kontrarpart saß auf dem Wannenrand und zog die Schwimmtiere auf. Aber ab und an rutsche dieser dann eben auch schon 'mal mit Kleidung in die Wanne....ach ja..süße Zeit...Es geht eben nichts über ein schönes heißes Bad!)

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