Montag, 29. Dezember 2008

Complicate your life. (1.)

live

Simplify war gestern. Voll out! Wusste ICH ja schon immer. Und, wie um Ihnen den lebenden Beweis zu liefern, kommt hier Lektion 1:

Zerstören Sie jegliche Infrastruktur in Ihrer Küche. Zersägen Sie alles, was sich zersägen lässt und fahren Sie dann in ein schwedisches Möbelhaus und kaufen sich eine 246x62cm Arbeitsplatte. Vorzugsweise in Eiche oder Buche, hauptsache hart und schwer. Seien Sie für einen kurzen Moment klug, antizipieren Sie Ausmass und Gewicht (man soll sich nicht zu schnell umgewöhnen, das ist ungesund) und lassen Sie sich selbige von zwei adretten jungen Männern liefern. Dann stellen Sie sie (also die Arbeitsplatte) orginalverpackt hinter ihr Sofa und vergessen sie für einige Zeit. Währenddessen bemühen Sie sich nach Kräften, sowohl das Wohnzimmer als auch den Flur so sehr zuzustellen, dass gerade noch ein kleiner schmaler Korridor zum Hindurchkommen bleibt. Kultivieren Sie diesen Zustand soweit, dass die empfindlichen Gegenstände mit den schwer zu bewegenden eine Art perfekte Symbiose eingehen. Sorgen Sie im Zweifel dafür, dass Sie die Küche nur über den Flur erreichen können (ich kenne ja die Umstände bei Ihnen nicht).
Jetzt ist der Moment gekommen, in dem Sie sich selbst unter Druck setzen müssen. Gieren Sie nach dem Unerreichbaren!
So könnten Sie sich beispielsweise zu einem bestimmten Termin (Tag Z) zwei Freundinnen einladen, mit dem Versprechen, bei sich zu kochen.
Natürlich müssen diese von auswärts kommen, damit sich Ihnen keinerlei Ausweichmöglichkeiten bieten! Und denken Sie erst gar nicht darüber nach, auf den Vorschlag vielleicht doch lieber Essen zu gehen, zu reagieren. Verboten! Ebenso verboten ist es, Hilfsangebote anzunehmen. Schlagen Sie sie aus! ALLE! Bleiben Sie konsequent. Glauben Sie an sich und ihre übermenschlichen Fähigkeiten und warten Sie, bis Tag X gekommen ist.
An Tag X nun also erreichen Sie jenen Punkt, an dem es heißt die Arbeitsplatte (eigentlich Platten, aber für den Anfang genügt eine) zuzuschneiden. Gehen Sie in ihr Wohnzimmer und durchwühlen Sie den schwedischen Berg hinter dem Sofa nach selbiger. Dann versuchen Sie sie über das Sofa hinweg zu bekommen. Merken Sie etwas? Die Platte ist schwer! Und nicht nur das, sie ist auch noch groß. So groß, dass Sie sie nicht über Eck drehen und aufrecht hinstellen können, weil Sie an der Decke anstossen. Und auch so groß, dass Sie schon bei dem kleinsten Versuch sie zu bewegen, ständig und überall anecken. Sie haben nun die erste Situation erreicht, in der es heisst wirklich tapfer zu bleiben. Aber: Sie schaffen das!
Und irgendwie schaffen Sie es tatsächlich die, mittlerweile zum Monstrum mutierte, Arbeitsplatte auf und über das Sofa zu wuchten. Idealerweise steht sie nun schräg im Raum. Jetzt erreichen Sie Phase zwei: den Weg der Arbeitsplatte vom Wohnzimmer in den (noch immer bis auf 50cm Durchgangsbreite zugestellten) Flur. Schieben Sie sie, intelligent wie Sie nuneinmal sind, in der Verpackung durch die Tür. Versuchen Sie sie dabei maximal zu drehen. Glauben Sie weiterhin an das Unmögliche!
Räumen Sie alles, was UNTER dem Tisch, auf dem sich gerade all ihre Teller und Tassen, Gläser und sonstiges befindet, ist, weg. Schieben Sie die Platte nun soweit unter den Tisch, dass Sie sie ganz in den Flur drehen können. Atmen Sie tief durch, die Belohnung kommt stande Pedes: Die Platte ist jetzt zwar im Flur, klemmt aber zwischen der Wand und den Tischbeinen fest. Mit ungefähr 2 cm Luft in der Horizontalen. An dieser Stelle gehen Ihnen die Chancen so langsam aus und es beginnt spassig zu werden.
Denken Sie also erst einmal scharf nach; wenn Sie Raucher sind, ist dies der ideale Moment um eine zu rauchen.
Nachdem Sie sich wieder gefasst haben, entfernen Sie etwas unsanft die Verpackung. Schmeißen Sie sie irgendwohin. Egal! Denn damit werden aus Ihren vorherigen 2cm Luft immerhin 12. Und Ihre Chancen steigen wieder. Rangieren Sie, wie mit einem Schwerlasttrasport. Ganz, ganz vorsichtig, die Platte ist nun ja ungeschützt! Nachdem dies gelungen ist, versuchen Sie erneut, sie aufzustellen. Nehmen Sie das erneute Scheitern an der Decke gelassen. Und denken Sie bloss nicht über das Gewicht nach, dass Sie da gerade zu bewegen versuchen (und schon gar nicht darüber, wie Sie dieses Gewicht auf zwei Böcke hiefen sollen)! Setzen Sie sie einfach wieder ab und bemühen Sie erneut jene Restintelligenz, die Ihnen das Leben gelassen hat.
Dann nehmen Sie sich ein Handtuch (wir wissen: man sollte immer ein Handtuch bei sich tragen!) und stopfen Sie es unter die Platte. Nun können Sie sie bedenkenlos schieben - denken Sie aber nach wie vor an die perfekte Rangiertechnik! So ist es Ihnen möglich, die Küche - und damit den Bestimmungsort - zu erreichen. Ganz allein. Ohne fremde Hilfe! Dass das Ganze Sie so in etwa eine Stunde gedauert hat, darf Sie am Ende dieser Lektion nicht ärgern. Sie erinnern sich? Es ging schließlich darum, das Leben zu verkomplizieren!
Nehmen Sie also einfach frohen Mutes Bohrmaschine, Kreis- und Stichsäge zur Hand und spielen Sie Rauchende Colts. Spätestens der Duft von verbranntem Holz wird Sie für alles entschädigen!

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Covered.

Es ist eine traurige Wärme, die mich umfängt. Ein wenig schwächer schon als sonst, aber da. Deutlich da. Ihr folgt ein kurzer, hefitger, kaum zu unterdrückender Wunsch nach Lust. Lust und Verlust. In der Lust.
Momentaufnahme: Glück! Hinter einem schlierigen Schleier.

Aber dann ist es wie immer nur Gedanke. Darf es nur Gedanken sein. Bar allem. Bezugsgedanke!
Ich höre irgendwen schimpfen, von irgendwoher. Mit ganz vertrauter Stimme. Halte inne.

In diesem Bett (Nein! Das stimmt nicht. Es war nicht dieses, es war ein anderes. Aber: Es stand genau da. Wenn auch ein wenig anders.) habe ich mich zum ersten und vielleicht auch einzigen Mal in meinem Leben wirklich heftig verloren. Und es kam sehr überraschend. Ich fühlte mich wie eine Vergewaltigerin. Fast. Dabei. Bin ich das wirklich?

In diesem anderen, neueren Moment, fühle ich mich nur. EINFACH. Oder besser: Ich sehne mich danach.
Meine Gedanken driften. Meinem Körper hinterher. Am Ende weisen uns immer die Körper den Weg.
Sie wissen einfach besser Bescheid. Instinktiver.
Und ich bin für einen kurzen kleinen Moment ganz Herz. Poche. Atme schwer.
Unterdrücke ein Seufzen, dass sowieso niemand hören will.

Ich öffne die Augen. Und stelle mir vor in etwas hinein zu sehen. Hindurch.
Ein Tor, ganz nah. Nah vor meine Augen. Ich blinzele.
Nur um dann erneut stumm eine orangefarbene Rauhfasertapete anzuseufzen.
Senseles!

Auf meinem Rücken liegt eine imaginäre Hand. Ganz still. Sie bewegt sich nicht. Liegt einfach in der Mitte meines Rückens.


Ich schließe die Augen.
Wieder.
Und beginne ganz sacht
wie unter einem großen Geheiss
meine Träume zu sezieren...

Sonntag, 21. Dezember 2008

Eine Bitte nur, liebes Universum:

Kannst Du bitte dafür sorgen, dass ich morgen um 7h aufwache - nein, ich verlange auch keinen Sonnenschein - lass' mich einfach nur aufwachen und dann, ja dann, gibt es dieses Fest, das so bedrohlich in Form eines gemeinen Zeitfressers vor mir steht, dieses Jahr einfach 'mal nicht? Weisst Du, liebes Universum, es liegt auch ausnahmsweise in keinster Weise an den Geschenken, nein, die habe ich alle beisammen, nur könnten die Tage eben gerade 40h haben, haben sie aber nicht. Wenn sie also schon keine 40h haben können, die Tage (ich sehe das ein, mit der Sonne, dem Mond und dem Jahr), möchte ich sie wenigstens nicht verschwenden müssen. An Feste, die ich eh und diesmal schon gar nicht feiern will. Wäre das möglich?

Vielen Dank, liebes Universum!

Herzlichst,

Deine Frau H.

(Ansonsten, rauf und runter; noch nicht 'mal zum CD wechseln komme ich. Zwischendurch. Aber das Grün, das Grün kommt wirklich gut!)

Freitag, 19. Dezember 2008

Damals. Heute. Morgen.

Christine Brückner. Ich bitte Dich.

Du sagst: eine Blume,
und schon blüht mir am Weg die Kamille.
Du aber dachtest an Mohn.
Du sagst: ein Vogel,
schon fliegt mir der Stieglitz davon.
Du dachtest: ein Sperber.
Du sagst: ein Haus,
und ich stehe unterm schützenden Giebel.
Du aber, du stehst unterm Himmel auf einem flachen Dach.
Und sagst: ein Kind,
Und ich spüre seine Hand in der meinen.
Du aber dachtest nur:
irgendein Kind,
eine fremde Blume,
irgendein Vogel,
ein Haus, irgendwo.
Du sagst: das Meer,
und du denkst es dir blau,
und meines wird zu Blei.
Und Himmel und Berg und ein Schiff,
ich bitte dich
Schweige!
Ich will dich lieben.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Quite perfect!

U.S.A.

(Ich finde ja, das grenzt hart an Kunst. Ach was: DAS IST KUNST!!!)

Samstag, 13. Dezember 2008

Armer dicker Kater.

Gerade in der Küche auf der Baustelle gestanden und mich darüber gewundert, warum Sir Henry es eigentlich auch nach 10 irgendwie durchaus beharrrlich wirkenden Versuchen nicht schafft durch seine Katzenklappe zu kommen.***Es natürlich auf die bescheuerte Katze geschoben.***Irgendwann entnervt die Tür aufgemacht.***Laut gelacht.***Da hat das böse Frauchen doch tatsächlich (in Ermangelung eines Kühlschranks) ihre Biervorräte zielsicher direkt vorm Eingang geparkt.***Und das arme Tierchen kam gar nicht ran. (An die Klappe. Nicht ans Bier.)***Hehe.***Natürlich sofort geändert.***Frau will ja schließlich keinen Ärger mit dem Tierschutz!

Freitag, 12. Dezember 2008

Obernullen und Dreistticker.

Manchmal komme ich mir wirklich vor wie der Arsch der Welt. Ok, ich weiss...in der heutigen Zeit ist es zu einer Art Persönlichkeitsdefekt geworden, wenn frau gutmütig, fair, vertrauensvoll und geduldig ist. Ellebogen und der ganze Rotz. Mio zuerst und nach mir die Sinnflut! Gut verkaufen ist alles! Wer braucht schon Sein, wenn er Schein hat? Und wenn es 'mal nicht gleich funktioniert, wie es soll, möglichst unschuldig und betreten tun. Spätestens das wird den Anderen schon rühren. Peaciepeacie! Ein einziges Verarschen und verarscht werden. Das mir gerade mehr als langt. Verdammte Scheiße, ich will weder so sein, noch so werden. Und ich will mich erst recht nicht mit jenen, die so sind, herumschlagen müssen. Dafür ist mir meine Energie zu kostbar. Meine Zeit erst recht.

Kacke! Verquirrlte. Überall.

Eremitage gesucht..


(Ein Lichtblick, aber, wenigstens. First time in my life live...bald....YEAH!)

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Der Bär ist los.

Neubau>

Ja, nun ist es also soweit. Maler Bääähhr weilt doch tatsächlich im Hause H.!
Also gerade natürlich nicht - wäre ja auch noch schöner! - aber immer dann, wenn ich gerade meine Schokobrötchen verdiene, verdient er sich hier seine. Und ich werte es als einen schönen und einen unschönen Umstand zugleich.

Beginnen wir vertraut negativ:

Zum Einen zwingt mich "Oh nein, oh...das ..oh nein...da spachtel ich einfach außenrum..." Bärchen jeden Abend zu netten kleinen Hausaufgaben (Ja Kleiner, ist gut..so ein Warmwasserboiler ist ganz leicht abgenommen...komm', ich mach's Dir...und Strom ist auch kein Hexenwerk! Man kann Aufputzsteckdosenverkleidungen ganz einfach demontieren, dann klebt man's ein wenig ab und nix passiert...siehste? Hmm?) und zum Anderen zerrt der Perfektionismus an mir. Bärchen ist nämlich ein Beiputzer. Das widerspricht meinem Garnichtodergründlichkeitsgen sehr. Leichte Bauchschmerzen stellen sich ein. Und sie sind wohl nicht zyklisch bedingt. Abgesehen davon gleicht die Wohnung nun endgültig den Bürgersteigen in "Besser geht's nicht." - nur dass ich (tatsächlich!) in keinster Weise neurotisch bin dabei. (Ausnahmsweise.)

Ansonsten (kommen wir zum Positiven) ist Bärchen ganz nett. Ein Schwätzer, klar, aber schon ganz nett. Zumindest findet er, dass Fort Knox ja auch irgendwas hat. Und bewundert meine Einsatz. Vor allem in Sachen Türen. (Scheiße, ich bin so leicht zu kriegen!). Ich habe ihn mit Dunkler Vollnuss bestochen, schweren Herzens zwar, aber na ja. Die Decke hat er daraufhin schon ganz passabel hinbekommen und - jawoll! - dabei auch auf die verhasste Raufaser verzichtet. Leicht wellig..allerdings..
Leider will er jetzt morgen früh doch schon um 8.15h kommen. Irgendwas besprechen, nochmal. Das macht mich ein wenig uninspiriert. Überhaupt war ich schon 'mal inspirierter.

Müde. Müde. Müde. Und nur ganz am Rande ein Ende in Sicht.

Lasset uns singen:

Samstag, 6. Dezember 2008

Aufbau durch Abriss.

Samstag Mittag.
Und ich drücke mich vor dem totalen Abriss.
Den Aufbau will ich schon, ja, aber der Abriss stellt mich vor die schier unüberwindbare Hürde des: "WO ANFANGEN?"s.
Nur: Ohne Abriss keinen Aufbau.
So is' dat...

Hm?

Ach, hab' ja noch anderthalb Tage.
Gehe jetzt zur inneren Stärkung noch 'mal ins Bett.
Da ist es wenigstens warm.

Vielleicht sollte ich die Küche einfach anzünden?

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Wort des Tages (1).

"INNDOORBALKON"

(Gesichtet bei ImmobilienScout24. Was die Damen und Herren von der CDU wohl dazu sagen würden? Immerhin: G-G-Ganzjahres...)

Dienstag, 2. Dezember 2008

Kerntemperatur.

Leere kann befreiend sein.
Und manchmal wünsche ich mir -mehr als alles andere - einen solchen Raum, um darin zu leben.
Weiss getüncht, kaum möbliert.
Einzig das Nötigste, das einen umgibt.
Ein Bett. Ein Stuhl. Einen Tisch.
An den Wänden hängen ein oder zwei Schwarzweissbilder.
Wie Erinnerungen.
Sprossenfenster aus Metall blicken in Richtung Sonne und Himmel, aus diesem hohheitsgebietigen Dachgeschoss heraus, über dem es nichts gibt, als ein fast schon zu schnell ziehendes Gespinst aus Wolken und Wind.
Und ich lasse mich seufzend fallen.
In den Raum, die Zeit, das Sein.
Die Luft um mich herum zirkuliert, sanft aber stetig.
Während ich liege. LIege.
Und liege.
Mich ab und an langsam drehe, von Zeit zu Zeit.
Langsam!
Von der einen.
Auf die andere Seite.
Und dann,
wenn die Haut geschmeichelt wird
von den zu sehr eigenen Bässen,
ziehe ich mir ein kühles Laken über den Leib.
Enger und enger.


Es dauert nicht lange.




Sonntag, 30. November 2008

Virenscan RAM: successful
Virenscan HD: in progress

Bis dahin...